Linke mögen ihre Gegner gerne platt. Das ist die Ebene, auf der sie sich wohl fühlen. Die AfD-Fraktion im Bundestag hat sich an diesem Wochenende zu einer Klausur zurückgezogen, um ein politisches Grundsatzpapier zu erarbeiten. In der Berichterstattung linker Medien spielte vor allem das Vorhaben der Abgeordneten eine Rolle, Zwischenrufe im Parlament künftiger gezielter einsetzen zu wollen: spitz und treffend statt platt und häufig. Das ist die Ebene, auf der linke Medien die AfD haben wollen. Das erleichtert den Medienschaffenden die Eigenwahrnehmung und Fremddarstellung, sie seien die Guten und die AfD-Abgeordneten die Bösen. Details würden da stören.
Für die AfD ist das Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil es ihr schwerfällt, mit Themen durchzudringen. Seit gut zehn Jahren sitzt die Partei in Parlamenten. Allmählich erwarten die Anhänger, dass etwas passiert. Einem Teil genügt es, wenn die AfD ihre Forderungen definiert und von denen der Konkurrenz abgrenzt. Doch es gibt auch Anhänger, denen das zu komplex ist. Die sich und anderen sagen: Ich habe die gewählt, die sollen was machen.
Mit dem Grundsatzpapier hat die Fraktion nun eine geschlossene Sicht auf die Dinge. Punkt eins von sieben ist ihr Thema Nummer eins. Der Kampf gegen die illegale Einwanderung. Der hat der einstigen Professoren-Partei, die im Kampf gegen die Euro-Rettung der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegründet worden war, seit 2015 zum Durchbruch und weiteren Wachstum verholfen. Die einzige Partei zu sein, die in diesem Feld bisher die Probleme beim Namen nennt, ist das Alleinstellungsmerkmal und wichtigste Verkaufsargument der AfD.
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