Spaniens Hochgeschwindigkeitsnetz ist mit 4000 Kilometern operativer Strecke nicht nur eines der längsten der Welt, es ist auch eines der besten. 90% der Züge kamen 2024 nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers Adif mit einer Verspätung unter 15 Minuten an. Die gute Organisation wird teilweise in einem Atemzug mit dem japanischen Shinkansen genannt.
Das galt zumindest vor dem 18. Januar 2026. Als am Sonnabend in Andalusien zwei Züge bei Córdoba mit Höchstgeschwindigkeit zusammenknallten, starben nicht nur 39 Menschen und wurden Dutzende schwer verletzt; es traf auch Spaniens guten Ruf.
Während gerade eine Studie der spanischen Wettbewerbsbehörde CNMC zu dem Ergebnis kam, dass der Wettbewerb das Reisen mit dem Hochgeschwindigkeitszug in Spanien deutlich günstiger gemacht habe, was sowohl für die Kunden als auch für das Verkehrsaufkommen auf den Straßen und in der Luft positive Folgen mit sich bringe, glaubt Enrique Dans, Dozent für Innovation an der Madrider Uni und Business School IE, dass dadurch ein gefährliches Ungleichgewicht bei den Investitionen entstanden sei. Die Unfallstrecke war allerdings gerade erst erneuert worden.
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