Nach Angaben des französischen Innenministeriums kam es am Donnerstagabend landesweit zu rund 80 Protestkundgebungen. Etwa 3.600 Landwirte beteiligten sich an Straßen- und Autobahnblockaden. Auch am Freitagmorgen setzten die Bauern ihre Aktionen fort.
So versammelten sich Landwirte unter anderem vor dem privaten Wohnsitz von Emmanuel Macron im nordfranzösischen Küstenort Le Touquet-Paris-Plage. Um sich beim Staatsoberhaupt Gehör zu verschaffen, griffen die Landwirte dabei auch zu außergewöhnlichen Mitteln. Medienberichten zufolge wurden tonnenweise Gülle, Reifen, Kohlköpfe und Äste vor dem Domizil des französischen Präsidenten abgeladen.
Für Paris ist nun eine Grenze überschritten. Die französische Regierung kündigte an, die Straßenblockaden noch vor Beginn des Weihnachtsverkehrs räumen zu lassen. Dies erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums in der Hauptstadt bereits am Freitagmorgen. In Abstimmung mit den Polizeipräfekten der betroffenen Regionen werde die Freiräumung der Verkehrswege vorbereitet. Bereits seit dem Ende der vergangenen Woche seien neue Blockaden auf Autobahnen und wichtigen Verkehrsachsen durch die Sicherheitskräfte stellenweise verhindert worden.
Auch in Brüssel kam es in der vergangenen Woche zu Ausschreitungen. Mehr als 7.000 Landwirte sorgten im Brüsseler Europaviertel für Unruhe. Vor dem Europäischen Parlament eskalierte die Lage zeitweise. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, bei denen Protestteilnehmer Kartoffeln sowie Rauchkörper in Richtung der polizeilichen Absperrungen warfen.
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