Der amtierende Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), drängt auf deutlich mehr Tempo: „Jeder Vorfall ist einer zu viel“, betonte er laut AFP. Hintergrund der aktuellen Debatte sind schwere Vorwürfe gegen Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 in der rheinland-pfälzischen Garnisonsstadt Zweibrücken. Seit dem Sommer 2025 häufen sich Meldungen über sexualisiertes Fehlverhalten, darunter verbale Belästigungen, exhibitionistische Handlungen, Drohungen mit sexueller Gewalt und in Einzelfällen mutmaßliche Übergriffe.
Hinzu kommen extremistische Verhaltensweisen wie Hitlergrüße sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bis Mitte Dezember 2025 leitete die Bundeswehr Ermittlungen gegen insgesamt 55 Beschuldigte ein – bei einer Truppenstärke von 1.800 Soldaten. Neun Soldaten wurden bereits entlassen, gegen weitere 14 wurde die Entlassung beantragt. In 18 Fällen verhängte die Truppe Disziplinarmaßnahmen, in 16 Fällen ermittelt die zivile Staatsanwaltschaft.
„Sexualisierte Übergriffe stehen im absoluten Widerspruch zu unseren Werten und werden nicht akzeptiert“, erklärte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dennoch sei das Thema „äußerst sensibel und komplex“. Das ist nun wirklich überraschend.
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