Soldaten statt Flüchtlinge: Jetzt holt sich die Bundeswehr ihre Kasernen zurück

vor 4 Monaten

Soldaten statt Flüchtlinge: Jetzt holt sich die Bundeswehr ihre Kasernen zurück
Bildquelle: NiUS

Mitten in Schleswig-Holstein liegt die beschauliche Gemeinde Boostedt mit ihren knapp 6.000 Einwohnern. Von 1958 an gab es dort eine Liegenschaft der Bundeswehr, die Rantzau-Kaserne, in der zuletzt hauptsächlich Logistikeinheiten der Panzertruppen stationiert waren. Aus dem Kalten Krieg konnte man in Boostedt früher auch noch einen Radarturm finden. Der Turm wurde 2005 gesprengt, der militärische Standort selbst wurde im Zuge der Bundeswehr-Verkleinerung ab 2011 schrittweise aufgegeben. Die letzte Einheit der Bundeswehr verließ die Kaserne im Jahr 2016, da waren die ersten Flüchtlinge bereits eingezogen.

Doch die Zeiten ändern sich. Die Bundeswehr will wieder wachsen, unter anderem durch einen zunächst freiwilligen Wehrdienst. Allein etwa 40.000 Wehrpflichtige sollen bis 2031 dazukommen, die Sollstärke der Truppe soll deutschlandweit kräftig ansteigen. Sage und schreibe 270 neue Unterkunftsgebäude muss die Bundeswehr dafür einrichten, der Großteil davon soll an bestehenden Standorten entstehen, auf Grund und Boden also, der der Truppe bereits gehört.

„Bundeswehr hat Bedarf: Geflüchtetenunterkunft in Boostedt vor dem Aus“, meldete der NDR deshalb gestern Nachmittag. Für die etwa 600 Asylanten muss bis 2028 eine neue Bleibe gesucht werden, vermutlich auch für einige zivile Dienststellen, die das Land dort untergebracht hatte. Denn ohne Liegenschaften ist die personelle Zeitenwende ganz einfach nicht zu machen.

Die Einfahrt zur Rantzau-Kaserne in Boostedt

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