Der Woke Niedergang: Immer absurdere Thesen

vor 11 Monaten

Der Woke Niedergang: Immer absurdere Thesen
Bildquelle: Tichys Einblick

„Du hast den Farbfilm vergessen“, singt Nina Hagen 1974. „Mein Michael.“ Michael. Selbst in der sozialistisch emanzipierten DDR war es einst die Aufgabe der Männer, sich um die Kamera und ihr Zubehör zu kümmern. Beides war teuer. Videokameras kosteten so viel wie ein gebrauchtes, gut erhaltenes Auto und statt der Entwicklung eines Films hätte sich eine Familie auch einen Wocheneinkauf leisten können. So etwas Wichtiges haben Männer in der bösen Zeit des Patriarchats nicht ihren Frauen überlassen.

Gut, dass diese böse Zeit überwunden ist. Frauen dürfen heute genauso über die Apparate verfügen. Aber das ist auch wieder nicht recht. Das führt zum „Gender Foto Gap“, der nun die Aufgabe übernommen hat, Frauen zu unterdrücken. Laut Sprachpapst Wolf Schneider wäre das jetzt die Stelle, kurz und verständlich zu erklären, was denn ein „Gender Foto Gap“ sei. So sollen es Journalisten mit Begriffen tun, von denen sie ausgehen, dass ihre Leser, Hörer oder Zuschauer diese nicht kennen.

Nur: Ließe sich der „Gender Foto Gap“ kurz und verständlich erklären, dann wäre es nicht der „Gender Foto Gap“. Er ist der Auswurf des Versuchs der Spiegel-Kolumnistin Anna Clauß, eine Entwicklung in ihrer makellosen Familie so zu erklären, dass die weiter makellos sein kann. Deswegen muss es die Gesellschaft sein, die zur Abwechslung mal nicht rechtsextremistisch, sondern sexistisch ist – um das Urlaubsglück sowie die Erinnerungskultur der Familie Clauß zu zerstören.

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