Massenhafte Arbeitslosigkeit, schließende Raffinerien, dramatische Einbrüche beim Import von Erdgas und Rohöl von bis zu 87 Prozent – all das könnte ab dem 1. Januar 2027 drohen, wenn die Vorschriften der EU-Methanverordnung für Importeure gelten. Während die Welt jetzt auf die Straße von Hormus blickt und angesichts von Unsicherheiten die Energiepreise steigen, könnte es in neun Monaten Preissteigerungen und Lieferengpässe geben, die derzeit fast niemand im Blick hat. Gegenüber Apollo News warnen die beiden großen deutschen Gasimporteure Uniper und SEFE sowie der Öllieferant Shell vor möglichen Lieferengpässen.
Kernstück ist die EU-Verordnung „über die Verringerung der Methanemissionen im Energiesektor“ (2024/1787), die bereits 2024 in Kraft trat. Die Verordnung sieht vor, dass die Methanemissionen bei Erdöl und Erdgas sowie Kohle innerhalb und außerhalb der EU gemessen und reduziert werden sollen. Die Emissionen müssen bei der Förderung, der Verarbeitung und dem Transport gemessen werden sowie bei verschlossenen Bohrlöchern. Jährlich müssen Berichte an Behörden geliefert werden. Die Importeure müssen erklären, dass die ausländischen Produzenten, von denen sie Erdöl und Erdgas beziehen, genauso hohe Dokumentationsstandards bei der Messung von Methanemissionen haben, wie sie durch die EU-Verordnung für Unternehmen in der EU gelten. Können die Importeure diese Informationen nicht liefern, drohen horrende Strafen von bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes.
Eine Studie im Auftrag der International Association of Oil and Gas Producers (IOGP), die im März erschien, rechnet damit, dass der Gasimport um 43 Prozent einbrechen kann und der Import von Erdöl um 87 Prozent. Dabei kommt ein Großteil der Versorgung der EU über Importe. Diesel könnte laut der Studie bis zu 16 Prozent teurer werden, und Benzin könnte sich um 24 Prozent verteuern. Auch deutsche Importeure gehen von drastischen Konsequenzen aus, ähnlich wie in der Studie beschrieben.
Das Unternehmen SEFE, zuvor Gazprom Germania, ging 2022 in den Besitz des deutschen Staates über. Es beliefert Geschäftskunden wie Stadtwerke und Industrieunternehmen. SEFE teilte auf Anfrage von Apollo News mit: „Die Studie ist ein Appell, jetzt aktiv über eine Anpassung der Vorgaben bzw. eine Verschiebung der Anwendung nachzudenken, wenn wir neben Klimaschutz auch Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit im Blick haben wollen.“ SEFE warnt vor „spürbarer Unsicherheit im Markt.“
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