Auf der ganzen Welt ist hektische Betriebsamkeit ausgebrochen. Regierungen versuchen, Rohöl, Diesel und andere Raffinerieprodukte aufzukaufen und zu horten – ganz gleich, zu welchem Preis. Es ist ein Überbietungswettbewerb um zirkulierende Rohöl- und Gasreserven entbrannt, die größtenteils in den maritimen Tankerflotten gelagert werden. Wir hatten bereits darüber berichtet, dass mehrere große LNG-Tanker ihre Reiseroute, die ursprünglich nach Europa wies, in Richtung Asien veränderten:
Händler überboten die europäischen Preise, und die, wenn man so will, mobilen Marktplätze für diesen Rohstoff wechselten unmittelbar die Richtung. Die Krise von Hormuz hat vielerorts das Bewusstsein für die immense Bedeutung der Energiesicherheit und der Resilienz der Energieversorgung durch Reservebildung geschärft.
In Deutschland scheint man die Sache hingegen ein wenig anders zu betrachten. Berlins Umgang mit der tatsächlichen Verknappung von Rohöl und LNG kann man getrost als Aprilscherz abtun. Es handelt sich um ein hektisch zusammengesetztes Maßnahmenbündel, das weder geeignet ist, die Rohstoffknappheit zu überwinden, noch die Preisexplosion wieder einzufangen. Das Maßnahmenpaket dient ausschließlich medientaktischen Zwängen.
Dass akuter Handlungszwang auf politischer Ebene besteht, wird nicht bezweifelt. Doch erleben wir in diesen Tagen, dass man in Berlin schlichtweg nicht versteht, mit realen Krisen in der realen Welt umzugehen. Heute rächt es sich, dass unser politisches Personal seinen Cursus honorum in der hermetisch abgeschotteten, geistig anspruchslosen, auf Ideologie reduzierten Welt von Parteien-, Gewerkschaftskarrieren und anderen Funktionärslaufbahnen genommen hat.
AfD-Parteitag in Erfurt - Tag 1 u.a. mit Wahl zum Parteivorsitz | 04.07.26











