Der Feminist, der seine Frau im Internet verschenkte

vor 4 Monaten

Der Feminist, der seine Frau im Internet verschenkte
Bildquelle: Tichys Einblick

Es gibt Sätze, die im Nachhinein eine andere Färbung annehmen. Christian Ulmen sagte einmal der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: „Ich sehe mich komplett als der Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat.“ Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erzählte er, dass er zu Hause bleibe, wenn seine Frau Drehtermine habe, dass er sich um die Tochter kümmere, wenn das Kind Ohrenschmerzen habe. Und dass er nichts von Männern halte, die sich wie „vermeintliche Alphatierchen“ verhielten.

Ulmen und seine damalige Frau Collien Fernandes galten als eines der vorzeigbarsten Paare der deutschen Medienbranche. Progressive Arbeitsteilung, gemeinsame Werbespots mit derbem Humor, Interviews über das moderne Familienleben. Zwei Karrieren, ein Kind, eine Villa auf Mallorca.

Nun hat Fernandes ihren Ex-Mann in Spanien angezeigt. Die Vorwürfe, die sie erhebt, lesen sich wie das Gegenteil von allem, wofür er öffentlich stand.

Laut der Schauspielerin hat Ulmen über Jahre hinweg auf Plattformen wie LinkedIn gefälschte Profile in ihrem Namen erstellt. Über diese Accounts soll er mit fremden Männern Kontakt aufgenommen, geflirtet und Telefonsex gehabt haben, wobei er sich als seine eigene Frau ausgab. Er soll pornografisches Material verschickt haben, das Frauen zeigte, die Fernandes täuschend ähnlich sahen.

An Weihnachten 2024, so schildert sie es, habe Ulmen ihr alles gestanden. Er habe gezittert und Angst gehabt, im Gefängnis zu landen.

Dem Spiegel liegt eine E-Mail vor, die Ulmen kurz nach diesem Geständnis an einen Strafverteidiger geschrieben haben soll. Darin beschreibt er einen „sexuellen Fetisch“, den er über zehn Jahre entwickelt habe. Er habe unter dem Namen seiner Frau mit etwa dreißig Männern gechattet und ihnen Videos geschickt, deren Protagonistinnen Fernandes ähnlich sahen, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um „private Sextapes“.

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