In der Bundesrepublik leben derzeit etwa 420.000 afghanische Flüchtlinge, laut Ausländerzentralregister sind 11.423 von ihnen ausreisepflichtig, davon 9.602 mit Duldungsstatus und 1.821 ohne Aufenthaltsstatus. Nachdem Union und SPD im Koalitionsvertrag eine Rückführung „beginnend mit Straftätern und Gefährdern“ vereinbart hatten, laufen nun offenbar konkrete Gespräche über eine dauerhafte Lösung – mit Vertretern der Taliban-Regierung.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach sich bereits gegenüber dem Focus für direkte Verhandlungen mit den Taliban aus: „Nach wie vor braucht es Dritte, um Gespräche mit Afghanistan zu führen. Eine Dauerlösung darf das so nicht bleiben.“ Wie der Behördenspiegel berichtet, befinden sich derzeit zwei Emissäre der Taliban-Regierung in Deutschland, um „Kooperationsmöglichkeiten auszuloten“.
Da führende Taliban-Funktionäre aufgrund internationaler Haftbefehle nicht selbst verhandeln können, kommen nun offenbar frühere afghanische Amtsträger zum Einsatz. Wie die Bild berichtete,traf sich der ehemalige afghanische Präsident Hamid Karzai mit dem früheren deutschen Innenstaatssekretär und Ex-BND-Chef August Hanning im Berliner Hotel Adlon. Hanning bestätigte das Treffen: „Bei einem vertraulichen Treffen im China Club kam es zu einem intensiven Austausch zwischen Karzai und mir.“ Auch der deutsche Stadtplaner Manfred Osterwald soll anwesend gewesen sein.
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