Ein Albino, ein Gehörloser, ein 57-Jähriger. Eine Buchautorin mit Gesundheitslatschen, eine Alopecia-Patientin, ein Trans-Mann namens Jill.
Nein, das ist keine Selbsthilfegruppe. Das ist Deutschlands erfolgreichste Model-Sendung: „Germany’s Next Topmodel“. Vor wenigen Tagen ist die 21. Staffel gestartet. Und viele glauben, die Sendung halte sich nur so lange, weil ihr Host Heidi Klum es versteht, immer wieder auf den sich ändernden Zeitgeist einzugehen.
Das ist wichtig fürs TV-Überleben, denn anhand der aktuellen Netflix-Doku „Reality Check: Inside America’s Next Top Model“ über das US-Vorbild kann man sehen, wie neue Befindlichkeiten alte Konzepte in Schutt und Asche stampfen können: In drei Teilen erzählen einstige Gewinnerinnen von seelischer Folter am Set. Kandidatinnen packen über Blackfacing und schmerzhafte Zahn-Korrekturen aus. Und über all dem lächelt – mit makellosen Zähnen – die Gastgeberin kühl in die Kameras: Tyra Banks. Dabei fuhr die heute 52-Jährige selbst über das Diversity-Ticket in den Karriere-Olymp: als erste schwarze Frau, die als „Victoria's Secret Angel“ über den Laufsteg lief, und das Cover der legendären Sports Illustrated Swimsuit Edition zierte. Zudem sprach Banks im Fernsehen tränenreich über ihre Schwierigkeiten, schwanger zu werden, und sammelte dafür viel Mitgefühl ein.
GNTM geht 2026 in seine 21. Staffel
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