Aus Häusern, die im Niedergang sind, kommen irgendwann absurde Vorschläge. Diese Weisheit gab ein alter Gewerkschaftssekretär von IG Metall seinen jungen Schützlingen mit auf den Weg. Der ARD-Talk “Hart aber fair” bestätigt ihn in diesen Tagen. Die Show hat unter Moderator Louis Klamroth schwach begonnen und lässt immer stärker nach. An diesem Montag schauten im Schnitt keine 1,4 Millionen Zuschauer mehr zu. An absurden Vorschlägen fehlte es ebenfalls nicht.
Für die absurden Vorschläge sorgte Levi Penell. Für die 84,99 Millionen in Deutschland Lebenden, die ihn nicht kennen: Er ist Podcaster in der ARD. Ja. Podcaster in der ARD. Das ist wie Ästhetik-Beauftragter in der SPD. Und Penell will den Über-60-Jährigen Facebook, Tictoc und Co verbieten, zumindest sollen “wir” darüber diskutieren. Im Namen “Unserer Demokratie”. Denn Menschen über 60 Jahren seien nicht so gut in der Lage wie Jüngere, in den sozialen Netzwerken Fake News von echten Nachrichten zu trennen. Dumm an dieser Äußerung ist… alles. Einfach alles.
Für Klamroth macht der Vorschlag indes sogar Sinn. Von seinen kümmerlichen, nicht mal 1,4 Millionen Zuschauern war mehr als die Hälfte älter als 59 Jahre alt. Ginge es nach dem hippen Demokratieretter – Podcaster in der ARD, damit leben zu müssen – dürfte also mehr als die Hälfte von Klamroths Zuschauern sich nicht mehr frei im Netz bewegen, weil zu blöd. Einerseits ist das Publikumsbeschimpfung. Andererseits hat es auch nicht besser verdient, wer seine wertvolle Lebenszeit mit der ARD verbringt – egal, wie viel ihm davon noch bleibt. Letztlich muss man einem Menschen wirklich alles nehmen, um ihn verzweifelt genug zu machen, weiter ARD zu schauen.
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