Angesichts eines drohenden Finanzbedarfs von mehr als 30 Milliarden Euro für das Jahr 2028 wird in der Koalition intern eine Anhebung des Regelsatzes von 19 auf 22 Prozent geprüft, im Gegenzug soll der ermäßigte Satz für Lebensmittel auf null Prozent sinken. Dieses Modell könnte die Haushaltslöcher zumindest rechnerisch stopfen, doch dieses Vorgehen bringt auch erhebliche soziale und wirtschaftliche Risiken.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wollte eine solche Erhöhung im Haushaltsausschuss nicht kategorisch ausschließen. Auf Nachfrage erklärte er lediglich, eine Mehrwertsteuer-Anhebung sei „nicht mein Ziel“. Unionspolitiker aus Finanz- und Haushaltskreisen sehen die Maßnahme hingegen als eine von mehreren Optionen, um die strukturellen Defizite in den Griff zu bekommen, berichtet dazu aktuell die BILD. Offizielle Stellungnahmen bleiben rar, die Debatte läuft hinter verschlossenen Türen.
Die Absicht ist nicht neu: Bereits im Frühjahr 2026 wurde erstmals emotional über die Mehrwertsteuer-Erhöhung diskutiert. Die letzte Anhebung des Regelsatzes liegt fast zwei Jahrzehnte zurück (von 16 auf 19 Prozent). Eine weitere Erhöhung könnte nach Berechnungen von Experten signifikante Mehreinnahmen bringen. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm bezeichnete eine solche Reform als „relevante Option“. Deutschland liege mit 19 Prozent im europäischen Mittelfeld. Gleichzeitig warnte sie jedoch vor einer übermäßigen Belastung von Geringverdienern, da die Mehrwertsteuer regressiv wirke.











