Personal, Ausrüstung, Fähigkeiten: Die politische Mangelverwaltung einer großartigen Armee droht, in unserer Epoche zu einer eigenen Tradition zu werden. Misswirtschaft und Bürokratentum bestimmen den Alltag und die strategische Ausrichtung der Truppe seit nunmehr über einem Jahrzehnt.
Verteidigungsminister Pistorius sieht sich bei seinem Besuch beim Luftwaffenausbildungsbataillon Germersheim eine Ausbildungsstation zum Einsatz von Drohnen an.
Die Auswirkungen dieser obszönen Vernachlässigung sind inzwischen selbst für ungediente Bürger mit bloßem Auge erkennbar und erfassen beinahe alle Dimensionen der Wehrhaftigkeit unseres Landes. Der lieb- und sorglose Umgang mit den eigenen Streitkräften durch die Politik, der die Bürger ihre Angehörigen seit 1956 in bestem Glauben anvertrauen, zehrt inzwischen auch an der moralischen Substanz derjenigen, die ihren Kopf im Ernstfall hinhalten. Jedes Militär sollte bei Betrachtern im In- und Ausland respektvolle Anerkennung hervorrufen und sich dabei auf das Vertrauen der Gesellschaft und ihrer Eliten stützen können. Jüngste Entwicklungen laufen dieser Grundvoraussetzung vehement entgegen. Dieser Zustand, an dem der einzelne Soldat unschuldig ist, muss inzwischen schlicht und ergreifend als inakzeptabel bezeichnet werden.
Jahrelang diente die Bundeswehr der Politik als Überlaufbecken bei ihren Versuchen, das Land zu regieren. In der Finanzkrise wurde die Wehrpflicht abgewickelt und eine Verkleinerung der Truppe angeordnet, um den Haushalt zu konsolidieren, ohne dafür unliebsame Reformen an anderer Stelle angehen zu müssen. Wo die Diplomatie des Auswärtigen Amtes sich nicht mehr zu helfen wusste, sollten Soldaten Bündnisse sichern. Sie gaben ihr Bestes, mitunter sogar ihr Leben; die Anerkennung der Parlamentarier und Medien dafür blieb zunächst verhalten oder gleich gänzlich aus. Überall dort, wo politische Entscheidungsträger versagten oder sich nicht anders zu helfen wussten, waren die Soldaten stets gut genug (und selbstredend jederzeit tatkräftig bereit), um Löcher im System zu stopfen: ein Hochwasser hier, eine Pandemie da. Selbst die Debatten um die Wiedereinführung der Wehrpflicht drehten und drehen sich noch immer um die Nachhilfe in anderen Ressorts: Der Wehrdienst soll auch Defizite in Bildung und Erziehung, Krankenhaus und Pflege ausgleichen, als gäbe es dafür keine eigenen Ministerien mit eigenen, nicht selten absurd hohen Budgetierungen.
Soldaten der Bundeswehr errichten gemeinsam mit zivilen Feuerwehrkräften eine Barriere aus Sandsäcken. Der Landkreis Dillingen bat die Bundeswehr um Unterstützung bei der Bekämpfung des Hochwassers.
ERFURT: Supergau bei AfD-Parteitag? Polizei macht mobil! Furcht vor Krawallen bei Demo I WELT STREAM











