Die Gebetsmühle bemühen Buddhisten, die des Lesens nicht sicher sind und sich trotzdem Punkte für ihr Karma-Konto verdienen wollen. Gebetsmühlenartig haben Politiker von Union, SPD und Grünen wiederholt, es ginge darum, die verfallenen Straßen zu retten. Ja, auch die Grünen taten so, als ob es für sie nichts Wichtigeres gäbe, als das deutsche Straßennetz zu sanieren. Der Bürger solle ihnen das bitte glauben. Nur mit dem Glauben ist das so eine Sache. Ob es das Paradies wirklich gibt, erfährt man verlässlich erst dann, wenn man tot ist.
Apropos tot. Die ungebremste Verschuldung ist durch Bundestag und Bundesrat. Das Argument, es ginge darum, die Straßen zu sanieren, hat seine Lebenszeit verwirkt und könnte in ein Museum für gebrochene Versprechen von Friedrich Merz (CDU) überstellt werden – das müsste in Berlin allerdings von der Potsdamer Straße bis zur Kaiserstraße reichen. Allerdings der Kaiserstraße in Saarbrücken.
Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert erklärt im Deutschlandfunk, dass es ja nicht drum gehe, die Straße zu schwächen, sondern die Schiene zu stärken. Selbst dem Staatsradio ist das zu dreist gemogelt. Die Moderatorin hakt nach, dass die Verlagerung auf den einen Weg ja automatisch zu Lasten des anderen gehe. Ja, der Logik nach schon. Aber Burkert wäre nicht Gewerkschafter, wenn er nicht fordern würde, statt der Substanz solle die Sprachregelung in Erinnerung bleiben. Im Übrigen ist er ein ausgedienter SPD-Abgeordneter. Aber muss man das bei einem DGB-Funktionär noch extra erwähnen?
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