Looksmaxxing: ARD und Deutschlandfunk wittern Rechtsextremismus

vor etwa 2 Monaten

Looksmaxxing: ARD und Deutschlandfunk wittern Rechtsextremismus
Bildquelle: NiUS

Ein unpolitischer Social-Media-Trend wird von den Medien als gefährlich und „rechts“ beschrieben: Junge Männer, die – von einigen bedenklichen Auswüchsen abgesehen – mit größtenteils harmlosen Methoden an ihrem Äußeren arbeiten, drohen angeblich in die Fänge frauenhassender, nazi-ähnlicher Influencer zu geraten. Dabei ist diese Lesart schon fast abenteuerlich.

Es ist ein Online-Phänomen: Influencer und Foren propagieren Looksmaxxing. Um den eigenen Körper zu optimieren, werden Tipps und Coachings angeboten. Männer kümmern sich um ihr eigenes Aussehen, wie es sonst Frauen zu tun pflegen. Das hat mit toxischer Männlichkeit wenig zu tun, in der (häufigeren) soften Variante geht es um Körperpflege, Hautcremes, Peelings, Frisuren, nicht zwingend um Muskelprotzelei.

Diese Männer wirken oft eher metrosexuell, es kommt ihnen darauf an, Erfolg zu haben (auch und vor allem bei Frauen), gesellschaftlich und beruflich gut anzukommen. Im Grunde ist Looksmaxxing der Gegenentwurf zur von links propagierten „Bodypositivity“, die vorgibt, sich im eigenen Körper wohlzufühlen, ganz gleich, wie er beschaffen ist.

In seiner soften Variante, die auch die am meisten verbreitete ist, geht es beim Looksmaxxing um Hautpflege, Fitness, „Mewing“ (dabei wird die Zunge gegen den Gaumen gedrückt, weil das die Kieferstruktur verbessern soll) und gute Ernährung. Es gibt aber auch bedenkliche Auswüchse: Schönheits-OPs, Steroide, Crystal Meth als Appetitzügler – oder Bone-Smashing: Manche traktieren ihre Kiefer mit Fäusten oder Hämmern; so entstehen Mikrofrakturen, die dann besser und symmetrischer zusammenwachsen,Es gibt junge Männer, die sich für 75.000 Euro in Polen die Beine um ein paar Zentimeter verlängern lassen. Weil Frauen tendenziell auf größere Männer stehen, unterziehen sich einige einer schmerzhaften, komplizierten und extrem zeitaufwendigen Behandlung. Dabei werden beide Beine gebrochen (wobei ein Liter Blut verloren geht) und Marknägel in die Knochen implantiert und über Monate magnetisch in die Länge gezogen. Es entsteht neue Knochensubstanz, die den Knochen wachsen lässt.

Das ahmen allerdings die wenigsten Männer nach. Bei aller berechtigten Kritik am „Hardmaxxing“ ist der Jugendtrend zwar schräg, aber nicht die Gefahr, als die ihn manche Medien inzwischen „framen“ wollen – als „politisch bedenklich“, wie der Deutschlandfunk Ende März behauptete: „Viele Influencer verbreiten äußerst problematische gesellschaftliche und politische Botschaften, die von fragwürdigen Männlichkeitsidealen bis hin zu rechtsextremem Gedankengut reichen.“

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