Weil Mitarbeiterinnen des ihr unterstellten Jugendamts an der Vertuschung einer Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendzentrum beteiligt sein sollen, steht die linke Jugendstadträtin Sarah Nagel seit Wochen in der Kritik. Nach Informationen der Berliner Morgenpost werden in dieser Angelegenheit durch die zuständige Staatsanwaltschaft bisher keine Ermittlungen wegen einer möglichen Strafvereitelung im Amt geführt, wie das Blatt auf Nachfrage erfahren hat.
Damit widerspricht die Staatsanwaltschaft der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), die vor wenigen Wochen noch bei einer Fragestunde des Abgeordnetenhauses behauptet hatte, dass Nagel „Gegenstand von Ermittlungen“ sei. Der von Nagel beauftragte Medienanwalt Jasper Prigge bezeichnete die Darstellung von Günther-Wünsch in einem Pressestatement vom Montag als „unzutreffend“ und setzte eine Frist bis Dienstag zur Abgabe einer Unterlassungserklärung, mit der sie diese Darstellung zurücknehmen soll.
Hintergrund ist der sexuelle Missbrauch eines 16-jährigen Mädchens durch mehrere arabischstämmige Jugendliche im Neuköllner Jugendzentrum Wutzkyallee Ende Januar. Als das Mädchen den Vorfall gegenüber Mitarbeitern des neben dem Jugendzentrum gelegenen Mädchenzentrums Rosa Minta schilderte, berichtete sie zudem, dass sie bereits im vorangegangenen Herbst im Garten der Anlage vergewaltigt worden sei.
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