Die „Odyssey“ von Christopher Nolan: Wie die Oscars Regisseure zur Wokeness zwingen

vor etwa 2 Monaten

Die „Odyssey“ von Christopher Nolan: Wie die Oscars Regisseure zur Wokeness zwingen
Bildquelle: Tichys Einblick

Dies kann keine Kritik sein, denn den neuen Film „The Odyssey“ von Christopher Nolan (Inception, Oppenheimer) kennt noch niemand außerhalb des Produktionsteams. Die anscheinend bildmächtige Neuverfilmung des Stoffs sorgt allerdings schon vorab für einige Diskussionen. Und das ist sogar gewissermaßen im Interesse des britischstämmigen Hollywood-Regisseurs Nolan.

„Ich habe ihn besetzt, weil ich damit auf die Vorstellung anspielen wollte, dass diese Geschichte als mündliche Dichtung überliefert wurde, was mit Rap vergleichbar ist“, meinte Nolan zu der Kritik an der Besetzung des Rappers Travis Scott in seiner Neuverfilmung von Homers Odyssee. Scott, der vor allem für seine Nummer-1-Single „Sicko Mode“ bekannt ist, soll also einen Dichter-Sänger spielen – vielleicht jenen Demodokos, der am Hof des Königs der Phäaken die Geschichte vom Trojanischen Krieg erzählt. Aber das weiß man nicht so genau. Denn die Informationen über Nolans „Odyssey“, die ab Juli in die Kinos kommen soll, sind nach wie vor knapp. Angeblich gibt es knebelnde Vertragsbedingungen für die Mitwirkenden. Robert Pattinson, der Darsteller des unsympathischen Freiers der Penelope, sagte nichts zu dem Nolan-Projekt außer: „Wenn du darüber sprichst, wirst du ermordet.“

So tritt also ein heiteres Raten ein rund um die Gestalt des kommenden Films, was sicher auch als verkaufsfördernd gedacht werden kann und durch verschiedene Trailer befeuert wird. Aus denen erfährt man etwa, dass die Darsteller – auch Briten wie Tom Holland – amerikanisches Englisch sprechen, was bis vor kurzem nicht üblich war bei antiken und mythologischen Stoffen. Britisches Englisch diente auch auf dem amerikanischen Markt als Distinktionsmerkmal zumal für hochgestellte Personen. Mit dem amerikanischen Englisch nähert Nolan den epischen Stoff der Gegenwart an, auch mit Sätzen wie: „My dad is coming.“ Oder einem schlichten „daddy“ (Holland als Telemachus; das hat man in der deutschen Fassung offenbar nicht mit „Papa“, sondern mit übersetzt). Odysseus (Matt Damon mit grauem Bart) ruft seine Männer schlicht so zum Kampf: „Let’s go!“ Das mag man stilistisch gelungen finden oder nicht. Man muss den Stoff nicht in hergebrachten Formeln ersticken, aber die Größe, vielleicht auch der Stil des Vorbilds sollten eine Rolle spielen. Daneben ist aber auch die Frage, welche Schlacht das überhaupt in die Odysseus da zieht. Hat man das Original ein wenig auenland-dramatischer gestaltet?

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