Pakistan hat am Freitag Ziele in Afghanistan angegriffen, darunter Kabul. In Kandahar waren ebenfalls Jets zu hören. Es ist die weitreichendste Bombardierung der afghanischen Hauptstadt durch Pakistan und der erste Angriff auf den südlichen Machtkern der Taliban seit deren Rückkehr an die Macht 2021.
Islamabads Verteidigungsminister Khawaja Asif nennt das Ergebnis ohne Umschweife „offenen Krieg“. Die Wortwahl ist nicht Nebel, sondern Ansage. Wo Politiker sonst gern in Floskeln flüchten, wird hier die Eskalation zum politischen Programm.
An der Grenze bei Torkham ging der Beschuss weiter. In der Nacht trafen die Kämpfe auch ein Lager, das Rückkehrer aus Pakistan aufnehmen soll. Ein 65 Jahre alter Mann schildert Szenen von Flucht inmitten von Zelten: Kinder, Frauen und Alte rannten. Der neue Schlagabtausch folgte auf einen Angriff afghanischer Kräfte auf pakistanische Grenztruppen am Donnerstagabend. Islamabad hatte zuvor selbst Luftangriffe geflogen. Vergeltung auf Vergeltung, bis niemand mehr behaupten kann, es sei nur ein Missverständnis.
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