Wirtschaftsministerin Reiche: „Eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie zu retten vorgibt”

vor 3 Monaten

Wirtschaftsministerin Reiche: „Eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie zu retten vorgibt”
Bildquelle: NiUS

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche warnt angesichts der jüngsten Verwerfungen auf den Energiemärkten vor einer illusionsgetriebenen Debatte über die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland. In einem Gastbeitrag für die FAZ beschreibt sie die Folgen des Irankriegs und der Sperrung der Straße von Hormus als schweren Belastungstest für Wirtschaft und Verbraucher. Die Preise für Öl, Flüssiggas und Diesel seien in kurzer Zeit massiv gestiegen – mit unmittelbaren Folgen für Wachstum, Unternehmen und private Haushalte.

Reiche wendet sich dabei gegen die Vorstellung, die Krise lasse sich allein durch einen schnelleren Ausbau von Windkraft und Solarenergie lösen. „Viele fordern deshalb den sofortigen Ausstieg aus Öl und Gas. Man müsse nur Wind- und Solarenergie schneller ausbauen – und die Sache wäre gelöst“, schreibt sie. Ihre Antwort darauf fällt deutlich aus: „Nun, so einfach ist das nicht.“

Zur Begründung verweist die Ministerin auf den gesamten Energiebedarf Deutschlands, der weit über den Stromsektor hinausreiche. „Deutschland hat einen Gesamtenergiebedarf von 2.900 Terawattstunden für Strom, Wärme, Mobilität und Industrieprozesse“, schreibt Reiche. Nur ein vergleichsweise kleiner Teil davon entfalle überhaupt auf Strom. „Ein knappes Sechstel entfällt auf Strom, mehr als die Hälfte davon kommt aus erneuerbaren Energien.“ Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch falle die Bilanz jedoch deutlich nüchterner aus: „Der Anteil Erneuerbarer am Gesamtenergieverbrauch lag 2025 aber gerade einmal bei knapp einem Fünftel.“

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