Die Krätze, medizinisch als Skabies bezeichnet, war in Deutschland über Jahre hinweg kaum noch ein Thema – doch nun kehrt die ansteckende Hautkrankheit zurück. Die Ostsee-Zeitung zitierte kürzlich den Güstrower Kinderarzt Steffen Büchner mit den Worten: „Wir sehen seit einiger Zeit insgesamt eine steigende Tendenz bei den Fällen.“ Er fährt fort: „Für mich ist es nicht richtig erklärbar, woran das liegt.“
Doch woran liegt es? Hat die Rückkehr der Krätze möglicherweise etwas mit der Migrationsbewegung seit 2015 zu tun? NIUS widmet sich dieser Frage und führt Daten und fachliche Einschätzungen zusammen.
Die Datenlage belegt zweifellos einen signifikanten Anstieg der Skabies-Fälle in Deutschland – insbesondere seit Mitte der 2010er Jahre, zum Zeitpunkt der Grenzöffnung durch Angela Merkel. Eine Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass 2018 bei über 380.000 Patienten Skabies diagnostiziert wurde – etwa neunmal so viele Fälle wie noch im Jahr 2009. Besonders stark betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen sich die Diagnosen in diesem Zeitraum sogar mehr als verelffacht haben, informiert das RKI. (Stand 28.06.2021)
Eine Studie (PMC Journal) aus dem Jahr 2021 beschreibt den Anstieg noch genauer: „Im ambulanten Bereich findet sich ein Anstieg zwischen 2010 und 2015 von 52,8 % auf etwa 128.000 Behandlungsfälle. Stationär werden aktuell jährlich über 11.000 Fälle mit Skabies als Hauptdiagnose dokumentiert.“
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