„Sind optimistisch“: Herausforderer Magyar wohl deutlich vor Orbán

vor 3 Monaten

„Sind optimistisch“: Herausforderer Magyar wohl deutlich vor Orbán
Bildquelle: Apollo News

In Ungarn dürfte die Parlamentswahl an diesem Sonntagabend richtungsweisend für die politische Zukunft des Landes gewesen sein. Nach Schließung der Wahllokale um 19.00 Uhr berichteten ungarische Medien übereinstimmend von einem überwiegend geordneten Wahlverlauf. Zwar durften einzelne Wahllokale länger geöffnet bleiben, wenn dort noch Wähler anstanden, insgesamt sei dies jedoch nicht zu beanstanden. Mit ersten belastbaren Teilergebnissen rechnet die Wahlkommission indes erst später am Abend.

Drei ungarische Wahlforschungsinstitute veröffentlichten kurz nach Ende der Abstimmung jedoch erste Prognosen. Demnach lag Péter Magyars neu gegründete Partei Tisza mit rund 54 bis 55 Prozent der Stimmen deutlich vor Viktor Orbáns Fidesz-Partei, die zwischen 38 und 40 Prozent erreichen soll. Laut Schätzungen könnte auch die rechtsextreme Partei „Unsere Heimat“ (Mi Hazánk) mit etwa fünf Prozent knapp den Einzug ins Parlament schaffen. Die Zahlen beruhen auf Befragungen der vergangenen drei Tage und gelten nicht als offizielle Hochrechnung.

Bereits vor Bekanntwerden der Prognosen hatte sich eine überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet, insbesondere in urbanen Gebieten. Nach Angaben des ungarischen Wahlbüros lag sie in mehreren Budapester Bezirken am frühen Abend bei über 85 Prozent. In Budapest 3 beispielsweise gaben bis 18.30 Uhr 85,64 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab – traditionell ein starkes Gebiet für Oppositionsparteien. In ländlichen Regionen, besonders im Osten und Nordosten, blieb die Beteiligung hingegen deutlich niedriger. Im Wahlbezirk Borsod-Abaúj-Zemplén betrug sie zum selben Zeitpunkt nur 64,56 Prozent – rund 20 Punkte weniger als in der Hauptstadt.

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