Nachdem das Grundsatzpapier von Bundesfinanzminister Christian Lindner an die Presse durchgesteckt wurde, beklagt dieser nun in einer Mail an Parteimitglieder, die Apollo News und anderen vorliegt, Indiskretion in der Bundesregierung. Gleichzeitig gibt er sich unschuldig und verliert kein Wort über ein mögliches Ende der Ampel-Koalition, über das zuletzt vermehrt spekuliert wurde. Er geht sogar noch weiter und kündigt weitere Regierungsberatungen über sein am Freitag vorgelegtes Grundsatzpapier an.
Direkt zu Anfang schreibt Lindner Klartext: „Ein Papier, das zunächst nur im engsten Kreis der Bundesregierung beraten werden sollte, wurde heute durch eine Indiskretion anderswo öffentlich.“ Dieses wolle er nun einordnen. Dann führt Lindner seine Pläne aus und schreibt darüber, wie Deutschland sich seinen „politischen Lebenslügen“ stellen müsse. Man solle Staatsausgaben, insbesondere durch die Kürzung von Sozialausgaben, senken.
Außerdem moniert er die fehlende „Konsequenz bei der Unterbindung irregulärer Migration“. Das alles schrieb er, ungeachtet dessen, dass er und seine Partei bereits seit fast drei Jahren in Regierungsverantwortung stehen und so mehr als genug Zeit gehabt hätten, solche Probleme anzupacken. Dann griff Lindner Habeck an. Dieser habe letzte Woche seine Vorschläge zur „Bewältigung der Herausforderungen“ vorgestellt, und Lindner würde so eine „alternative Richtungsentscheidung“ vorschlagen. Ganz zum Schluss kündigte er sogar an, dass die Sache jetzt „in Regierung und Koalition“ beraten werden würde.
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