Laut einer Studie der Technischen Universität (TU) Berlin war die kritische Berichterstattung über Frauke Brosius-Gersdorf durch Apollo News ein Beispiel für das Wirken frauenfeindlicher Netzwerke in der Bundeshauptstadt. Die Studie, die von den Grünen in Auftrag gegeben wurde, liegt bisher ausschließlich dem Spiegel vor. Untersucht wurde darin die Bedeutung Berlins als Medienstandort für die Verbreitung antifeministischer Ideologien.
Frauke Brosius-Gersdorf war im vergangenen Jahr von den Koalitionsparteien als Richterkandidatin für das Bundesverfassungsgericht ausgehandelt worden. Nach kritischen Berichten von Apollo News, die unter anderem die Haltung von Brosius-Gersdorf zu Schwangerschaftsabbrüchen und zur Corona-Impfpflicht zum Inhalt hatten, geriet ihre Nominierung in die Kritik. Nachdem in der Folge mehrere Unionspolitiker ihre Unterstützung verweigerten, zog sie sich freiwillig aus dem Rennen zurück.
Charakteristisch für antifeministische Kampagnen sei laut dem Studienautor Andreas Kemper, dass sie durch „strategisch handelnde Akteursnetzwerke“ organisiert würden, „die in vielen Ländern koordiniert agieren“, sagte der Soziologe gegenüber dem Spiegel. Berlin biete für derartige Kampagnen aufgrund der großen Anzahl an Medienunternehmern den idealen Standort.
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