Bei den andauernden Protesten im Iran gegen das Mullah-Regime unter Machthaber Ali Chamenei ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen deutlich höher als bislang bekannt. Die in den USA ansässige Organisation Hrana teilte mit, dass ihrer Information zufolge mindestens 538 Menschen bei den Protesten getötet worden seien. Zuvor war von rund 203 Todesopfern ausgegangen worden. Laut Hrana handelt es sich bei den Getöteten um 490 Demonstrierende sowie 48 Angehörige der Sicherheitskräfte. Mehr als 10.600 Personen sollen festgenommen worden sein. Einzelne andere Quellen sprechen sogar von mehr als 2000 Toten im Rahmen der Proteste gegen Chamenei. Den iranischen Sicherheitskräften und der Revolutionsgarde wird vorgeworfen, mit extremer Gewalt gegen die Proteste vorzugehen. Die Daten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen, die Menschenrechtsorganisation Hrana galt jedoch bei vorangegangenen Protesten als verlässliche Quelle.
Gleichzeitig sorgen Videoaufnahmen, die zahlreiche Leichen vor einer Leichenhalle südlich von Teheran zeigen sollen, in den sozialen Medien für großes Aufsehen. Sowohl die Nachrichtenagentur AFP als auch die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Hengaw erklärten, das Material überprüft und verifiziert zu haben. Hengaw bezeichnete die Aufnahmen als Hinweis auf ein „schweres Verbrechen von beträchtlichem Ausmaß“. Das deckt sich mit Angaben eines Teheraner Krankenhauses: Eine Mitarbeiterin eines Teheraner Krankenhauses berichtete laut dem britischen Sender BBC demnach, dass viele Todesopfer Kopfschüsse und gezielte Schüsse auf das Herz aufwiesen. Die Anzahl der Todesopfer sei so hoch, „dass in der Leichenhalle nicht genügend Platz vorhanden war; die Leichen wurden übereinander gestapelt“. Nachdem die Kapazitäten der Leichenhalle ausgeschöpft waren, habe man auf den Gebetsraum zurückgegriffen. Bei den meisten handle es sich um junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren.
Die aktuellen Demonstrationen waren Ende Dezember im Zuge einer Währungskrise aufgekeimt und richteten sich bereits nach wenigen Tagen gegen das islamische Regime. Im Zuge der Proteste kam es landesweit zu gewalttätigen Konfrontationen mit den Sicherheitsbehörden; in mehreren Städten konnten die Demonstrierenden zumindest kurzfristig die Kontrolle gewinnen. Bis zu 30 Moscheen sollen in Brand gesetzt worden sein (Apollo News berichtete).
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