Kurz nach 21:00 Uhr am Sonntagabend zeichnet sich in Ungarn ein politisches Erdbeben ab. Erste Berechnungen und Teilergebnisse der Wahlkommission bestätigen den Trend der letzten Umfragen: Die Tisza-Partei des Oppositionsführers Péter Magyar soll nach etwa 50 Prozent der ausgezählten Stimmen 132 von 199 Sitze im Parlament gewinnen. Magyar sagte am Sonntagabend, dass Orbán ihm bereits zum Wahlsieg gratuliert habe.
Vorwahlumfragen hatten Magyar bei 55 Prozent der Stimmen deutlich vor der Partei des seit 16 Jahren regierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán gesehen, die auf etwa 38 Prozent kommt. Die rechte Partei „Unsere Heimat“ (Mi Hazánk) würde demnach mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament schaffen. Erste Auszählungsergebnisse scheinen diese Ergebnisse zu bestätigen, wenngleich mit kleinerem Vorsprung (53 zu 38 Prozent).
Die Zahlen stammen aus ersten Auszählungen. Die Wahllokale hatten um 19:00 Uhr geschlossen – bei einer Rekordbeteiligung. Bereits um 18:30 Uhr hatten 77,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, deutlich mehr als bei der letzten Parlamentswahl 2022. Offizielle Teilergebnisse der Wahlkommission in Budapest werden für den weiteren Abend erwartet.
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