Waffenruhe nach US-Angriff: Wurde das iranische Atomprogramm vernichtet?

vor etwa 1 Jahr

Waffenruhe nach US-Angriff: Wurde das iranische Atomprogramm vernichtet?
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Staatsmänner in Teheran hatten wohl bis zum Einschlag der ersten Bomben in der unterirdischen Atomanlage Fordow nicht geglaubt, dass der US- Präsident seinen Streitkräften den Befehl zum Angriff geben würde. Beim US-Angriff am Sonntag sollen mindestens drei B-2-Bomber sechs 13,6 Tonnen schwere, sogenannte „bunkerbrechende“ Bomben auf die unterirdische Anlage in Fordow abgeworfen haben. Ein amerikanisches U-Boot soll 30 Tomahawk-Raketen auf die Urananreicherungsanlage in Natanz sowie auf den Nuklearkomplex in Isfahan abgefeuert haben. Trump lobte den Erfolg der Mission und erklärte, das iranische Programm sei „vollständig und gänzlich vernichtet“ worden. Er warnte den Iran außerdem davor, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen.

Die iranische Führung hat sich verkalkuliert. Doch auch Trump war mit dem Angriff Risiken eingegangen. Netanjahu hatte Trump regelrecht vor vollendete Tatsachen gestellt, indem er den Angriff auf den Iran startete und die USA schließlich in den Krieg hineinzog. Trump wurde schließlich gewählt, um die USA aus Militäreinsätzen herauszuhalten.

In Trumps Gefolgschaft, die ihn durchaus als ernsthaften Anwärter auf den Friedensnobelpreis sieht, brach deswegen bereits vor dem US-Angriff auf den Iran ein Streit aus, da die USA sich immer wieder in den Konflikt mit dem Iran hineinziehen ließen. In den amerikanischen Medien war zwischenzeitlich von einem „Maga War“ die Rede, einem Krieg zwischen den verschiedenen Strömungen in der MAGA-Bewegung. Die prinzipielle Frage lautete: Hat Trump mit seinem Schlag gegen den Iran seine kriegsmüde Wählerschaft verraten? Zwar hat der US-Präsident seinen Kritikern ein Schnippchen geschlagen, indem es gelungen ist, schnell und effizient einen Waffenstillstand herbeizuführen, an den sich augenscheinlich auch beide Seiten halten. Langfristig jedoch muss er die Iraner davon überzeugen, jegliche Absicht aufzugeben, sich Atomwaffen zu beschaffen. Das wird nicht einfach sein.

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