Homeless, das neue Wahrzeichen von Seattle – Reise durch Amerika Teil 1

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Homeless, das neue Wahrzeichen von Seattle – Reise durch Amerika Teil 1
Bildquelle: Tichys Einblick

Wer den Norden Amerikas vor gut zehn Jahren besucht hat, wird sich selbst in großen Metropolen an der Ost- oder Westküste weitgehend sicher und wohl gefühlt haben. Wir lassen hier mal berüchtigte Ausnahmen wie Los Angeles, Chicago oder lange Zeit New York außen vor.

Straßen und öffentliche Verkehrsmittel waren meist sauber. Sprayer und Schmierer gab es so gut wie keine. Selbst im gefährlichen Chicago kannten die L-Trains der Hoch- und Untergrundbahn (Chicago Elevated) kein Grafitti.

In Bostons U-Bahn sah man nicht mal Kratzer, sondern nur saubere Wände, Sitze und Bahnhöfe. San Francisco verbreitete noch den verwehenden Hauch von Flower-Power mit florierenden Geschäften, Restaurants und Straßen. Heute ist die demokratisch regierte Metropole im demokratischen Kalifornien, wie viele andere, dem Verfall freigegeben und höchst kriminell.

Das Bild des gesellschaftlichen Zerfalls von Städten setzt sich im Nordwesten der USA fort. Erlebten wir die prosperierende und schöne Metropole Seattle vor Jahrzehnten noch als besuchens- und lebenswerte City, bietet sie heute – trotz aufpolierter Kaianlagen und Promenaden am Stadthafen als Spielort der Fußball-WM 2026 Downtown – ein erschreckendes Bild.

Um gleich eines vorwegzustellen, dies ist kein Reisebericht von kurzen City-Hoppern. Wir fuhren in dreißig Tagen durch sechs Bundesstaaten im Nordwesten der USA (Washington, Idaho, Montana, Wyoming, Utah, Oregon) mit ihren Städten und Dörfern und legten rund 5.000 Meilen oder 8.000 Kilometer auf den Highways und Landstraßen zurück. Wir unterhielten uns mit vielen Einheimischen über die Lage im Land. Doch über Politik sprach kaum einer von sich aus, als ob man sich in die eigene private Nische zurückzieht.

Washington ist weit, my home is my castle. Seit Juni sind Ferien meist bis in den August hinein. Ganz Amerika scheint ein Freizeitpark zu sein, mit Wohnmobilen, Anhängern, Zelten und Cabins in den State-Parks mit Booten, beim Wandern und Fischen.

Die Wirklichkeit in Städten wie Seattle bleibt derweil eine völlig andere. Weit über 18.000 Obdachlose (Homeless), oft drogensüchtig und auch kriminell, belagern rund um die Mainstreet den Stadtkern auf Bänken, an Straßenecken, in aufgebauten Zelten und in Parks.

Besonders auf ihre Parks ist die woke Innenstadtszene stolz, rundum wehen hier besonders viele Regenbogenfahnen (Pride-Flags) der linksgrünen LGBTQ-Bewegung. Dabei stehen Geschäfte und Restaurants leer, Straßenbeläge verrotten wie in Deutschland und Drogenkriminelle beherrschen die Innenstadt und ihre Grünflächen. Daran konnte nicht mal das kleine Aufputzprogramm für den World Cup 2026 etwas ändern, für den sich US-Amerikaner im Grunde erst mit dem 4:1-Sieg ihrer Boys im Auftaktspiel gegen Paraguay interessieren.

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