Das Familienministerium hat Gerd Schröder (SPD) einst als Ministerium für “Gedöns” bezeichnet. Zur Verteidigung des Altkanzlers muss man sagen, dass es damals das “Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung” noch nicht gab. Das hat erst Friedrich Merz (CDU) als Kanzler gegründet: zum Abbau der Bürokratie zusätzliche Verwaltung. Als Experte für Digitalisierung einen Manager, der mit Saturn und Media Markt das Online-Geschäft verschlafen hat – Friedrich Merz halt.
Laut Umfragen kennen die allermeisten Bürger den zuständigen Minister noch nicht. Er heißt Karsten Wildberger (CDU). Mit dem Problem beladen, blass und wirkungslos zu sein, hat sich der Staatsmodernisierungsminister an Experten gewandt. Experten mit Übung darin, einen Mann von der politischen Außenlinie als Mittelstürmer zu inszenieren: die Macher vom Springer-Verlag.
Die haben damals schon Justizminister Marco Buschmann (FDP) als harten Mann inszeniert, der versprochen hat, die Saboteure der Ostsee-Pipeline Nordstream jagen zu wollen. Und das hat er ja dann auch getan. Er hat sie gejagt. Dass er sie erwischen würde, hat der Erfinder des Selbstbestimmungsgesetzes nie versprochen. Aber dafür hat er so wunderbar entschlossen in die Kameras des Springer-Verlags geblickt – wie ein Chihuahua, der sich selbst als Dobermann liest.
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