Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz war zu Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine besonders besorgt – um das Weltklima. Das beschreiben die Autoren Oliver Schröm und Ulrich Thiele in ihrem neuen Buch „Die Sprengung“*, das sich mit dem Ukraine-Krieg, der deutschen Reaktion und der Sprengung von Nord Stream 2 auseinandersetzt.
Wenige Tage nach dem 22. Februar 2022 hatte sich Scholz in Berlin mit dem damaligen polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki und dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda getroffen. Morawiecki hatte zuvor lang und breit über das Leid der ukrainischen Zivilbevölkerung referiert. Olaf Scholz dachte derweil an den CO₂-Ausstoß von Kriegsgerät. Schrecklich sei der Krieg, sagte Scholz – und verwies auf die hohen CO₂-Emissionen.
„Olaf, können wir uns bitte darauf fokussieren, was wir tun können?“, entgegnete ein entgeisterter Morawiecki auf die völlig entrückten Ausführungen des Kanzlers. Zwischen dem Polen-Premier und Scholz war ein tiefer Bruch bereits abzusehen. Morawiecki hatte Deutschland für seine zögerliche Haltung scharf attackiert: Die berühmt-berüchtigten 5000 Helme etwa seien „ein Witz“, hatte er auf Deutsch in Berlin vor der Presse erklärt.
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