Wer war Ariop A., der 25-jährige Südsudanese, der am Donnerstag in Hamburg sich selbst und eine 18-jährige Iranerin auf das Gleisbett vor eine einfahrende U-Bahn schleuderte? Noch immer ist über den Mann wenig bekannt. Doch NIUS-Recherchen zeichnen erstmals das Bild eines Migranten, der trotz eineinhalbjährigem Aufenthalt in Deutschland nie wirklich angekommen ist. Seine Mitbewohner beschreiben ihn als konfliktsüchtigen und unbeliebten Mann, der immer wieder durch aggressives Auftreten und übermäßigen Alkoholkonsum auffiel.
Das Flüchtlingsheim ist eine Containerunterkunft mit zweigeschossigen Modulen und Spitzdach, und bitet Platz für mehr als 200 Personen. Neben Wohnräumen gibt es hier auch Büros für Sozialarbeiter sowie Gemeinschaftsbereiche wie Küchen und Bäder. Die Bewohner stammen aus Syrien, Afghanistan, Russland, der Ukraine, dem Iran. Hier hat der Südsudanese Ariop A. bis vor zwei Tagen gelebt – bevor er eine 18-Jährige und sich selbst in den Tod stürzte.
„Er war nicht normal. Und das war das Problem“, sagt ein Mann, der seit zwei Jahren in der Unterkunft lebt und A. kannte. Der Mitbewohner lebte im oberen Stockwerk und hatte den Südsudanesen seit etwa zwei bis drei Monaten als Nachbarn. Zudem habe Ariop A. täglich Alkohol konsumiert und sich dadurch in einen unberechenbaren Zustand versetzt. „Er hat schon immer viel Bier und anderes getrunken.“
Andere Bewohner bestätigen diese Eindrücke. Ein weiterer arabischstämmiger Gesprächspartner, der anonym bleiben möchte, spricht von „Kopfproblemen“. Auch soll A. zwischenzeitlich einen Job als Fahrer bei der DHL gehabt haben, diesen aber, so die Bewohner, bereits nach kurzer Zeit verloren haben. In Ausführungen in bruchstückhaftem Deutsch zeichnen die Personen, mit denen NIUS sprechen konnte, das Bild einer Flüchtlingsunterkunft, in der A. immer wieder für Probleme sorgte: Der Südsudanese habe sich vor allem mit „arabischen Menschen“ angelegt, was zu Konflikten führte. Es gab Vorfälle, bei denen Bewohner umziehen mussten, „Von unten ist jemand umgezogen, weil er den Stress nicht ertragen hat. Deswegen hat er sich ein anderes, besseres Gebäude gesucht.“
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