Der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher liegt bei nur noch 31 Prozent, doch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) unternimmt weiter nichts. Stattdessen verlässt man sich dort unter anderem auf „die inzwischen gut ausgebaute LNG-Infrastruktur in Deutschland“ und betont auf Anfrage von Apollo News, dass „die Erdgasspeicher unserer Nachbarstaaten von Bedeutung“ seien (mehr über die oft niedrigen, dortigen Füllstände hier).
Die Gasversorgung sei sichergestellt, schreibt das Ministerium in seiner Antwort weiter. Das werde „auch von der Bundesnetzagentur bestätigt“ – einer Behörde, die dem Bundeswirtschaftsministerium unmittelbar unterstellt ist. Dabei ist der aktuelle Füllstand der Speicher in Deutschland viel schlechter, als er zum gegenwärtigen Zeitpunkt sein sollte. Die „jetzige Versorgungssituation beobachtet das BMWE“ zwar nach eigenem Bekunden gegenüber Apollo News „sehr genau“.
Konsequenzen, wie sie im Notfallplan Erdgas vorgesehen sind, bleiben aber aus. Dort werden verschiedene Indikatoren genannt, die im Zuge der Energiekrise 2022 „zur Lagebewertung entwickelt wurden“. Dabei gilt ein Füllstand zum 1. Februar von 55 Prozent als Hinweis auf eine „stabile“ Lage. Zwischen 40 Prozent und 55 Prozent gilt die Lage bereits als „angespannt“. Ein Gesamtfüllstand von unter 40 Prozent schließlich wird als „kritisch“ bewertet.
Der tatsächlich erreichte Wert lag an diesem Sonntag, also am 1. Februar 2026, nur bei 32 Prozent – also deutlich unter dem „kritischen“ Wert. Um einen Mangel abzuwenden, muss möglichst früh festgestellt werden, wie tief die Speicherfüllstände sinken könnten. Daher ist im Notfallplan von einem „Speicherpfad“ die Rede: Zeigt dieser Speicherpfad als Prognose an, dass der Schwellenwert von 40 Prozent unterschritten wird, ist ein Bereich erreicht, „in dem Gegenmaßnahmen ergriffen werden sollten“.
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