In ihrer Sendung „Bosetti Late Night“ bei 3sat hat sich die Satirikerin Sarah Bosetti am Sonntag der Frage gewidmet, warum die SPD bei Arbeitern zunehmend an Zuspruch verliert. Ausgangspunkt war eine ernüchternde Zahl: Bei der letzten Bundestagswahl entfielen lediglich 12 Prozent der Arbeiterstimmen auf die SPD. Die AfD erreicht unter den Arbeitern 38 Prozent Zustimmung. Als Studiogäste für ihre Sendung waren die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, sowie Juso-Chef Philipp Türmer geladen.
Um nachzuspüren, wie schlecht es der SPD gehe, hatte Bosetti mehrere Arbeiter vor dem BMW-Motorradwerk in Berlin zur Lage der Partei und der Republik befragt. Mit erstaunlichen Antworten: „Meine Ansichten mögen nicht die besten sein“, sagte einer der Arbeiter auf die Frage, wie er politisch stehe. Ein anderer Arbeiter antwortete transparenter und sagte, die einzige Partei, die seine Interessen vertrete, sei „blau und heißt AfD“. Die SPD bekam außer Lachern keinen Zuspruch mehr.
Für Bosetti ein Schock, die in einem Monolog vor ihrem Gespräch mit Schwan und Türmer der SPD bereits attestiert hatte, in Vergessenheit geraten und in CDU-Knechtschaft geraten zu sein. „Was musst du als Arbeiterpartei alles falsch machen, damit dir eine Partei, die Arbeitern schadet, die Stimmen von Arbeitern wegnimmt?“, so Bosetti zur Situation der SPD. Dass die AfD unter Arbeitern so viel Erfolg habe, findet sie unverständlich: „Das ist komplett absurd. Denn es gibt nichts Marktradikaleres als die AfD. Die AfD ist der absolute Albtraum eines jeden Arbeiters.“ Die AfD stehe schließlich unter anderem für die Abschaffung von Gewerkschaften und des Tariftreuegesetzes. Einen Mindestlohn gäbe es mit ihr ebenfalls nicht.
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