Bedingt unter anderem durch den schwächelnden Absatz im Bereich der Elektromobilität steht Volkswagen inzwischen unter einem Kostendruck, der eine massive Ausweitung des Sparkurses unvermeidbar macht. Investitionen werden gekürzt und das Modellportfolio wird ausgedünnt. Außerdem stehen über hunderttausend Arbeitsplätze auf dem Spiel, und auch zahlreiche Produktionsstandorte könnten schon bald von Schließungen betroffen sein.
Wie der Volkswagen-Konzern am Donnerstag nach seiner Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg mitteilte, soll die Modellpalette schrittweise um bis zu 50 Prozent verkleinert werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Angebotsvielfalt – etwa bei den verfügbaren Ausstattungsvarianten – um bis zu 75 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus sollen die Produktionskapazitäten von derzeit zehn Millionen auf rund neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr abgesenkt und das Management um etwa 5000 Stellen verkleinert werden.
Bereits beschlossen ist des Weiteren eine deutliche Kürzung der Investitionen. Das Investitionsvolumen für den Zeitraum 2027 bis 2031 wird von bislang 180 Milliarden Euro auf 135 Milliarden Euro reduziert – ein Minus von 45 Milliarden Euro. Auch das Projekt, mit dem Volkswagen im Bereich des autonomen Fahrens den Durchbruch schaffen wollte, wurde auf Eis gelegt. Die „Automated Driving Alliance“ mit Bosch wurde zum 1. Juli 2026 beendet – nachdem bereits rund 1,5 Milliarden Euro in das Projekt investiert worden waren. Mittel, die quasi verloren sind.
Mit den Investitionskürzungen und dem Umbau des Modellportfolios dürfte es noch nicht getan sein. Dem VW-Aufsichtsrat liegen Medienberichten zufolge Pläne zur Schließung von vier deutschen Werken vor. Nach Informationen des Spiegels könnten die Standorte Zwickau und Emden ab 2031 geschlossen werden, Hannover ab 2032 und das Audi-Werk in Neckarsulm ab 2034. Allein an diesen vier Standorten sind rund 40.000 Beschäftigte tätig.
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