Der König besucht die Rebellen: So viel British Empire steckt heute noch in den USA

vor 2 Monaten

Der König besucht die Rebellen: So viel British Empire steckt heute noch in den USA
Bildquelle: Apollo News

Es ist ein historischer Moment: Zum ersten Mal in der bald ein Vierteljahrtausend langen amerikanischen Geschichte tritt ein britischer König vor den US-Kongress. Zum zweiten Mal überhaupt spricht dort ein Monarch des Vereinigten Königreichs – die Mutter von König Charles III., Elizabeth II., war die erste britische Herrscherin der diese Ehre zu teil wurde. „Unsere Schicksale als Nationen sind eng miteinander verbunden“, erklärt Charles vor dem Kongress. „Wie Oscar Wilde sagte, haben wir heutzutage eigentlich alles mit Amerika gemeinsam – außer natürlich der Sprache“, scherzt er.

„Den britischen König zu ehren, mag ein ironischer Auftakt zu unseren Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit erscheinen, doch tatsächlich könnte keine Ehrung passender sein“, erklärt Trump, als er Charles willkommen heißt. „Lange bevor die Amerikaner eine Nation oder eine Verfassung hatten, besaßen sie eine Kultur, einen Charakter und ein Credo.“ Und diese stammten „von einem kleinen, aber mächtigen Königreich jenseits des Meeres“. Es ist eine von Trumps bisher treffendsten Reden, die den Charakter der USA nicht nur als bloßes Einwanderungsland, sondern eben als britische Siedlernation hervorhebt.

Vor dem Weißen Haus sah man angesichts des historischen Staatsbesuchs ein ungewöhnliches Bild: Soldaten in kolonialen Uniformen, nicht nur im amerikanischen Blau, sondern auch in Rotröcken. Im US-Unabhängigkeitskrieg war das das Sinnbild für die gegnerische britische Armee. Hier sind es nun die Marines des Präsidenten, die sie tragen.

„Fast zwei Jahrhunderte vor der Revolution wurde dieses Land von Männern und Frauen besiedelt und geprägt, die das Blut und den edlen Geist der Briten in ihren Seelen trugen. Hier, auf einem wilden und ungezähmten Kontinent, entfesselten sie die uralte englische Liebe zur Freiheit und Großbritanniens unverwechselbares Gefühl von Ruhm, Bestimmung und Stolz.“

Auch beim Sitz des amerikanischen Präsidenten kann sich der gut gelaunte König einen Scherz nicht verkneifen. In Anspielung auf die aktuellen Bauarbeiten dort meint Charles: „Mir sind die Umbaumaßnahmen am Ostflügel aufgefallen, Herr Präsident“, sagte er. „Ich muss leider gestehen, dass wir Briten natürlich im Jahr 1814 unseren eigenen kleinen Versuch der Immobilienentwicklung des Weißen Hauses unternommen haben.“ Damals, im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812, hatten die Briten kurzzeitig Washington, D.C., eingenommen und das Weiße Haus in Brand gesetzt.

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