Neu veröffentlichte Akten des US-Justizministeriums zeigen, dass die Deutsche Bank Jeffrey Epstein auch nach der angekündigten Beendigung der Geschäftsbeziehung Ende 2018 weiterhin Bankdienstleistungen zur Verfügung stellte. Erst nach Epsteins Festnahme im Juli 2019 wurden demnach alle Konten geschlossen.
Dazu veröffentlichte Reuters folgenden Artikel, den NIUS in voller Länge auf Deutsch präsentiert:
Die Deutsche Bank hat für Jeffrey Epstein auch dann noch weiter Bankdienstleistungen erbracht, nachdem sie dem in Verruf geratenen Finanzier Ende 2018 mitgeteilt hatte, die Geschäftsbeziehung zu beenden. Sämtliche Konten wurden erst nach seiner Festnahme im Juli 2019 geschlossen, wie Unterlagen aus Akten des US-Justizministeriums zeigen.
Zu den Leistungen, die die Deutsche Bank Epstein nach der Ankündigung weiterhin erbrachte, gehörte laut Dokumenten unter anderem eine kurzfristig organisierte Bargeldbestellung am 9. April 2019 über 50.000 Euro (59.300 US-Dollar) in „großen Scheinen“ – kurz vor einer Reise nach Europa. Dies löste eine Suche nach Epsteins Ausweis durch Bankangestellte aus. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, stellte die Deutsche Bank fest, dass das hinterlegte Ausweisdokument bereits 2015 abgelaufen war.
Wie eine Auswertung der US-Dokumente durch Reuters zeigt, verfügte Epstein zum 3. Mai 2019 noch über mindestens neun Konten mit einem Gesamtguthaben von 1.776.680 US-Dollar bei der Deutschen Bank.
Reuters hat Hunderte von Dokumenten des Justizministeriums zu Epstein und der Deutschen Bank geprüft, die in den vergangenen Wochen unter dem Druck von Opfern und Kongressabgeordneten veröffentlicht worden sind. Die Unterlagen, die möglicherweise nicht vollständig sind, geben Einblick darin, wie die Deutsche Bank Epstein weiterhin als Kunden führte – und die Beendigung einer Geschäftsbeziehung verzögerte, die 2013 begonnen hatte.
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