Rüstungsfirmen sind staatlichen Monopolen ausgesetzt

vor etwa 3 Stunden

Rüstungsfirmen sind staatlichen Monopolen ausgesetzt
Bildquelle: Tichys Einblick

Den deutsch-französischen Panzerbauer KNDS (Krauss-Maffei Wegmann und Nexter Defense Systems) drängt es an die Börse. Die Bundesregierung strebt eine Beteiligung in Höhe von 40 Prozent der Anteile an. Der Börsengang des Rüstungskonzerns wurde nun aus Bewertungsgründen vorläufig zurückgestellt. Die Regierung halte jedoch am Einstieg fest, so das Handelsblatt.

Kaum ein Wirtschaftszweig ist so stark vom Staat abhängig wie die Rüstungsindustrie. Waffen und militärische Ausrüstung sind keine frei handelbaren Güter auf dem Weltmarkt. Forschung, Entwicklung, Beschaffung und Export unterliegen politischen Vorgaben. Ein Blick in die Praxis zeigt, dass sich Deutschland und Frankreich im Rüstungssektor entgegen landläufigen Urteilen nur punktuell unterscheiden.

In Deutschland bestimmt das Bundesministerium der Verteidigung bzw. der Haushaltsausschuss des Bundestages bis ins Detail mit, welche Projekte verfolgt, welche Technologien gefördert und was letztlich beschafft wird. Zudem entscheidet am Ende die Politik und nicht das Militär über den Kauf ausländischer Waffen. Dabei spielen militärische Aspekte ebenso eine Rolle wie Auswirkungen auf Bündnispartner und die eigene Rüstungsindustrie. Auch der Export deutscher Waffen unterliegt strengen nationalen Vorgaben (Außenwirtschaftsgesetz, Außenwirtschaftsverordnung sowie den Politischen Grundsätzen der jeweiligen Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern). Ist die deutsche Rüstungsindustrie angesichts dessen echte Privatwirtschaft – oder handelt sie in einer Form von Staatswirtschaft?

Auf den ersten Blick scheint die Antwort eindeutig. Deutsche Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, Hensoldt (KfW-Anteil rund ein Viertel), Jenoptik oder TKMS – ThyssenKrupp Marine Systems sind privatwirtschaftlich organisiert. Deren Aktien werden an Börsen gehandelt, sie konkurrieren um Aufträge und verfolgen Gewinnerzielungsabsichten. Diehl Defence zählt zum Sektor Privatwirtschaft, ohne an einer Börse notiert zu sein.

Ein Einstieg der Bundesrepublik bei KNDS wäre dennoch keine Premiere. Staatsbeteiligungen gab es in Einzelfällen bereits in der Vergangenheit. Beim Airbus SE Mutterkonzern existiert ein exakt ausgemessenes Gleichgewicht. Deutschland und Frankreich halten 10 bis 12 Prozent der Anteile. Formal beziehen sich die Staatsbeteiligungen nicht auf die Sparte Airbus Defence and Space. Die Konzernmutter sorgt hier für die Berücksichtigung nationaler Interessen.

Unabhängig davon gibt es im Rüstungsbereich eine Reihe staatlicher Einflussmöglichkeiten:

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel

Merz nennt Kritiker seines Reformkurses „Nöler“ und „Untergangspropheten“ – diese sollen „wegtreten“

vor 16 Minuten

Merz nennt Kritiker seines Reformkurses „Nöler“ und „Untergangspropheten“ – diese sollen „wegtreten“

Friedrich Merz hat Kritiker des Reformkurses seiner Bundesregierung scharf angegriffen. Auf dem Landesparteitag der nord...

Publisher Icon
Apollo News
Die Roboter der CDU: Vorne jubeln, hinten fluchen

vor 22 Minuten

Die Roboter der CDU: Vorne jubeln, hinten fluchen

Auf dem Planeten Circia haben sich die Roboter unter ihrem Anführer „Der Kalkulator“ gegen ihre menschlichen Herren erho...

Publisher Icon
Tichys Einblick
Polizei zieht vorläufige Bilanz: 48 Straftaten rund um den Erfurter AfD-Parteitag – „Vereinzelte Vorkommnisse“

vor 32 Minuten

Polizei zieht vorläufige Bilanz: 48 Straftaten rund um den Erfurter AfD-Parteitag – „Vereinzelte Vorkommnisse“

Die Polizei hat nach dem ersten Tag des AfD-Bundesparteitags in Erfurt eine vorläufige Zwischenbilanz gezogen: Demnach w...

Publisher Icon
Deutschland Kurier
„Die AfD will die Kirche zerstören“: Ministerpräsident Schulze sieht christliche Einrichtungen gefährdet

vor etwa 1 Stunde

„Die AfD will die Kirche zerstören“: Ministerpräsident Schulze sieht christliche Einrichtungen gefährdet

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat bei der anstehenden Landtagswahl im September, Sven Schulze, w...

Publisher Icon
Apollo News
Quittung für  Merz-CDU fällt unter 17 Prozent – AfD hält sich stabil bei fast 30 Prozent bundesweit

vor etwa 1 Stunde

Quittung für Merz-CDU fällt unter 17 Prozent – AfD hält sich stabil bei fast 30 Prozent bundesweit

Im neuen wöchentlichen INSA-Trend für „Bild“, der in der Woche der Verkündung des schwarz-roten „Reformpakets“ erhoben w...

Publisher Icon
Deutschland Kurier
Auch die Gegner halfen, dass der AfD-Parteitag ein Erfolg wird

vor etwa 2 Stunden

Auch die Gegner halfen, dass der AfD-Parteitag ein Erfolg wird

Vier Bilder sind es, die für den Parteitag der AfD in Erfurt 2026 stehen. Bild Nummer eins zeigt die Fröhlichkeit, die E...

Publisher Icon
Tichys Einblick