Arbeitsmarkt kippt: Industrie verliert 486.000 Arbeitsplätze im ersten Quartal

vor etwa 2 Monaten

Arbeitsmarkt kippt: Industrie verliert 486.000 Arbeitsplätze im ersten Quartal
Bildquelle: Tichys Einblick

Immer mehr Arbeitsplätze verschwinden aus Deutschlands Unternehmen. Das Statistische Bundesamt meldet Horrorverluste von 486.000 Arbeitsplätzen allein im ersten Quartal. Dabei galt der deutsche Arbeitsmarkt lange als die letzte Beruhigungspille in einer schwächer werdenden Wirtschaft. Wenn schon Industrieproduktion, Export und Bau lahmten, dann hieß es bisher meistens: Die Beschäftigung hält. Doch die bröckelt jetzt nicht mehr nur, sondern zerfällt in atemberaubendem Tempo.

Im ersten Quartal 2026 waren in Deutschland nur noch rund 45,6 Millionen Menschen erwerbstätig. Gegenüber dem Vorquartal ging die Zahl der Erwerbstätigen unbereinigt um 486.000 Stellen zurück. Ein Rückgang zu Jahresbeginn gilt zwar als üblich. Aber diesmal fiel er deutlich stärker aus als in den Vorjahren: Im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 lag das Minus im ersten Quartal bei 381.000 Personen. 2026 waren es also mehr als 100.000 zusätzlich. Saisonbereinigt bleibt ein Minus von 61.000 Stellen. Dies ist bereits das dritte Quartal in Folge, in dem die Beschäftigung schrumpft.

Das Entscheidende ist aber nicht nur die Zahl der Arbeitsplätze, sondern wo sie verschwinden und wo neue entstehen. Verloren gehen Arbeitsplätze vor allem dort, wo real produziert wird: in Industrie, Bau, Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Unternehmensdienstleistungen und sogar in der IT. Im produzierenden Gewerbe ohne Bau verschwanden binnen eines Jahres 171.000 Stellen. Das ist ein Minus von 2,1 Prozent. Im Baugewerbe gingen weitere 27.000 Stellen verloren. Handel, Verkehr und Gastgewerbe verloren 81.000 Jobs, Unternehmensdienstleister 72.000, Information und Kommunikation 24.000.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel