Minus zwei Prozent bei Ipsos und hinter der Union, minus ein Prozent bei Infratest dimap und fünf Prozentpunkte hinter der Union. Nach Wochen und Monaten stagnierender Umfragewerte schwindet erstmals seit langer Zeit die Unterstützung für die AfD. Die Strategie der Partei, soweit vorhanden, ist wenig durchdacht und führt in die daueroppositionelle Sackgasse.
Es hat eine gewisse Ironie: Die AfD ist arithmetisch die erfolgreichste Parteineugründung in der Geschichte der Bundesrepublik. In nur 13 Jahren auf bis zu 27 Prozent in den Sonntagsfragen. Von der Nichtexistenz zur größten Partei Deutschlands in drei Legislaturperioden, eine einmalige Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig ist die Alternative für Deutschland die erfolgloseste deutsche Partei der letzten 13 Jahre. Sie war nicht an einer Regierung beteiligt, sie hat nicht ein Gesetz Realität werden lassen.
Auch der vorpolitische Raum, von Ostdeutschland abgesehen, konnte nicht für sich gewonnen werden. Kaum ein Mensch, der sich fröhlich in seinem Freundeskreis zu Alice Weidel und Tino Chrupalla bekennt. Ein Zustand, der natürlich nicht zuletzt an den massiven Anfeindungen gegenüber bekennenden AfD-Sympathisanten liegt, aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass eine erfolgreiche, die Gesellschaft durchdringende Bewegung anders aussieht. Der Trumpismus in den USA oder die Milei-Revolution in Argentinien beweisen, dass massive Hetze gegen die eigene Gruppe nicht zwangsläufig zum deutschen Alltag der insgeheimen und etwas verschämten Unterstützung führen muss.
AfD-Chef Tino Chrupalla. Die AfD ist arithmetisch die erfolgreichste Parteineugründung in der Geschichte der Bundesrepublik. In nur 13 Jahren auf bis zu 27 Prozent in den Sonntagsfragen. Allein: es nützt nichts.
In Deutschland gab es in den letzten Jahrzehnten ebenfalls eine derartige, sehr erfolgreiche Bewegung. Die Grünen schafften es, sich von einer verlachten und verhassten Außenseitersekte zu der kulturell-moralischen Speerspitze des Landes zu verwandeln. Wer grün ist, der redet auch grün und bekennt sich. Ohne Scham, ohne Anonymität, ohne Zweifel, schließlich wähnt er sich auf der richtigen Seite der Geschichte.
Keine Partei war in diesem Jahrtausend erfolgreicher als die Grüne Partei. Niemand konnte so viel ureigenste Programmatik umsetzen. Der Ausstieg aus der Kernenergie, die Homo-Ehe, die Grenzöffnung, die Legalisierung von Cannabis, der stetige Ausbau des Sozialstaates, die Bekämpfung der Gentechnik, dazu ein NGO-Netzwerk, das bis zum letzten Feldweg Deutschlands reicht und die Parteianhänger bestens versorgt, um die Liste der Erfolge nur annähernd aufzuführen. Wie konnte diese Gruppierung so viele Erfolge feiern?
ERFURT: AfD-Parteitag geht in zweite Runde! Polizei bereitet sich auf Krawalle vor I WELT LIVESTREAM











