Auch wenn Sie zu emphatisch sind und bei Blut und Schmerzen lieber wegschauen: Auch wenn Sie heute eigentlich einen ruhigen, schönen Sonntag haben wollten, den Sie sich sicher verdient haben. Bitte schauen Sie sich die Bilder der Erfurter Hetzjagd auf meine drei Kollegen an. Diese Bilder sind Zeitdokumente – besser noch: eine psychologische Fallstudie.
Es braucht nicht viel, um aus Menschen Gewalttäter zu machen. In der Masse ist es besonders einfach. Wenn der Adrenalinspiegel steigt und man das Gefühl hat, endlich Teil von etwas Größerem zu sein als man selbst und seinem jämmerlichen kleinen Leben nur für einen kurzen Augenblick etwas Bedeutung geben zu können, fallen alle Hemmungen.
Der Ablauf lässt sich ganz gut rekonstruieren. Unsere Leute waren mitten im Geschehen. So weit vorgedrungen ist sonst kein Reporter – nicht zuletzt, weil die meisten Medien am falschen Ort waren. Sie konnten nur das hundertste PR-Foto für Luisa Neubauer schießen. Unsere Reporter filmten etwas, von dem die „Demonstranten“ nicht wollten, dass es an die Öffentlichkeit gelangt.
Dann brauchte es nur einen, der sie zum ersten Mal schreiend als Nazis bezeichnete. Unter „Nazis raus“-Sprechchören drängte man sie schubsend aus der Demonstration. In den Videos sieht man, wie hasserfüllt und aggressiv sie hier angebrüllt werden. Das lockt umliegende Demonstranten an. Während sich unsere Kollegen wegbewegen, verfolgen sie sie, zeigen dabei mit Fingern auf sie und geben ihren umliegenden Anhängern zu verstehen, dass es sich hierbei um „Nazis“ und „Faschisten“ handele.
ERFURT: Beben bei AfD-Parteitag! Macht verschiebt sich! Eskalation bei Protesten I WELT STREAM











