Dass Friedrich Merz vorgestern in Salzwedel vor eigentlich zugeneigtem Publikum, das man in der Altmark erst einmal finden muss, keinen Anklang fand, zeigt nur einmal mehr, dass dieser Kanzler eine schwere Bürde für seine Partei und für das Land ist. In Salzwedel jedenfalls hat Merz erfolgreich Wahlkampf gemacht – und zwar für die AfD. Sein wesentlich zu spätes Erscheinen damit zu entschuldigen, wie weit draußen, wie abgelegen dieses provinzielle Salzwedel liegt, zeigt die Überheblichkeit dem Osten gegenüber und den offensichtlichen Mangel an Umgangsformen des Sauerländers. Ein solches Verhalten, das dilettantische Verhalten in Salzwedel dürfte nur begrenzten Schaden anrichten, doch Salzwedel ist für Friedrich Merz inzwischen die Welt, wie in Salzwedel, so überall in der Welt.
Den Präsidenten der USA, Donald Trump, glaubt der Sauerländer, öffentlich belehren zu können. Trumps Vorgehen im Iran-Konflikt als strategielos zu bezeichnen und dann noch mit der Behauptung aufzutrumpfen, dass der Iran die Vereinigten Staaten in den Friedensverhandlungen „gedemütigt“ habe, ist Großmannssucht und Wichtigtuerei zum Schaden Deutschlands. Trumps Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, denn leider zurecht erwiderte Trump: „Der deutsche Bundeskanzler sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, und sein marodes Land in Ordnung zu bringen […] anstatt sich in die Angelegenheiten derer einzumischen, die die nukleare Bedrohung durch den Iran beseitigen und damit die Welt – einschließlich Deutschlands – zu einem sichereren Ort machen!“
Nun haben die USA beschlossen, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Dass Trumps Reaktion keine beleidigte Retourkutsche, sondern rationales Kalkül ist, darauf kommen die deutschen Medien auf Merzniveau nicht. Angesichts dessen, dass Merz nicht einmal bemerkt, wie Selenskyj Deutschland immer stärker in den Krieg mit Rußland hineinzieht, mehr noch, dass Merz anstatt, sich um Frieden zu bemühen, selbst in diesem Konflikt noch eskaliert – sehr zum Schaden Deutschlands – will Trump keine amerikanischen Truppen involviert haben. Angesichts einer Gesamtzahl von 35.000 amerikanischen Soldaten in Deutschland scheint, der Abzug von 5.000 Soldaten noch verkraftbar zu sein, doch es ist mehr als eine Geste, es ist eine deutliche Warnung. Man darf sicher sein, dass Merz diese Warnung nicht versteht, er müsste einen Kompass, statt nur einen Spiegel in der Politik besitzen.
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