Dow macht dicht: Deutsche Chemiebranche weiterhin unter Druck

vor 12 Monaten

Dow macht dicht: Deutsche Chemiebranche weiterhin unter Druck
Bildquelle: Tichys Einblick

Dow möchte seine Produktionskapazitäten in Deutschland zurückfahren. Chemische Anlagen sollen teilweise geschlossen werden. Vor Einschnitten stehen u.a. das Werk in Böhlen südlich von Leipzig und der Standort in Schkopau.

Das Werk in Böhlen, das eine zentrale chemische Großanlage beherbergt, gilt als „Herz“ der Verbundproduktion von Dow in der Region. Chemiemanager fürchten, dass durch das Aus von Anlagen vor Ort weitere Firmen in der Lieferkette und damit unzählige Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Auch das Werk in Schkopau ist von zentraler Wichtigkeit für das Unternehmen. Bislang erfolgte dort die Basischemie-Produktion von Chlor-Alkali und Vinyl.

Wie der Konzern am Montag mitteilte, sind an den beiden Standorten insgesamt 550 Arbeitsplätze betroffen. Dow unterhält nach eigenen Angaben deutschlandweit 13 Standorte mit rund 3.400 Mitarbeitern. Der US-Chemiegigant begründet die Einschnitte vor allem mit den strukturellen Herausforderungen des deutschen Standorts. Besonders belastend für das Unternehmen sind die hohen Energiekosten.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Energiepreisen weltweit. Der Industriestrompreis befindet sich seit Jahren im Aufwärtstrend. Laut BDEW lag der durchschnittliche Strompreis für Industriestrom 2024 bereits bei 16,99 ct/kWh (inkl. Stromsteuer, Abgaben und Umlagen, Stand: Dezember 2024). Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag dieser noch bei durchschnittlich 6,05 ct/kWh.

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