Deutschland erlebt einen demografischen Einschnitt: Erstmals seit 2008 haben im Jahr 2024 mehr Menschen Deutschland verlassen, um in andere EU-Staaten auszuwandern, als aus diesen nach Deutschland zugezogen sind. Der Wanderungssaldo mit der EU ist mit –34 000 Personen negativ. Das Statistische Bundesamt bestätigt damit einen Trend, der sich bereits in den Vorjahren angedeutet hatte.
Während Deutschland lange Zeit stark von Zuzug aus Osteuropa profitierte, dreht sich die Bewegung nun. Viele derjenigen, die vor zehn oder fünfzehn Jahren nach Deutschland kamen, kehren zurück – oft aufgrund besserer wirtschaftlicher Perspektiven in ihren Herkunftsländern. Gleichzeitig zieht es immer mehr Deutsche selbst in den Süden oder Osten Europas, wo Wohnkosten niedriger und Lebensbedingungen für viele attraktiver sind. Doch die Wanderungszahlen sind nur ein Teil einer umfassenden demografischen Verschiebung.
2024 kamen 52.000 Kinder weniger zur Welt als im Durchschnitt der 2010er-Jahre. Das Bundesamt erklärt: „Die Ursachen des aktuellen Geburtenrückgangs sind vielfältig: Eine allgemeine Verunsicherung durch Inflation und Rezession, Knappheit an bezahlbarem Wohnraum und die politische Unsicherheit in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre haben zu Änderungen im Geburtenverhalten geführt.“
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