Nach massiver Kritik an einem Beitrag rudert das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nun zurück. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte am Montag eine Kurzreportage über einen abgeschobenen Afghanen veröffentlicht, der im Zuge einer Wahlkampf-Aktion zusammen mit 27 weiteren Schwerkriminellen in sein Heimatland zurückgeführt wurde. Die Botschaft: Schaut, wir tun etwas gegen straffällige Migranten.
Es ist schon fragwürdig, weshalb das ZDF einem der Männer hinterherflog, einem Kriminellen, um seinen Alltag in Afghanistan zu dokumentieren. Was im Beitrag gezeigt wird, übertrifft jedoch die Erwartungen. Raheem, wie der Sender den Mann nennt, sei straffällig geworden. „Was genau passierte, wissen wir nicht. Nur so viel: Er soll in einen Streit verwickelt worden sein, trug ein Messer mit sich. Die Polizei nahm ihn fest. Das Urteil: 3 Jahre Gefängnis“, so das ZDF.
Jetzt überarbeiteten die Autoren die Darstellung: „In der vorherigen Fassung hatte es zur Tat geheißen: ,Was genau passiert ist, wissen wir nicht.‘ Diese Formulierung war irreführend, weil sie verharmlosend wirkte. Fest steht, dass der Afghane zu drei Jahren Haft verurteilt wurde und sich somit einer schweren Straftat schuldig gemacht hatte.“ Bei NIUS Live sprachen Julius Böhm und Marc Friedrich über den gescheiterten „Mitleidsbeitrag“ und warum die Öffentlichkeit sogar dankbar über ihn sein kann.
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