Ich werde Deutschland nicht los. Ich will es auch gar nicht. Aber selbst, wenn ich es wollte, würde ich dieses Land nicht mehr aus den Knochen kriegen.
Bei der Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ war als ein maßgeblicher Grund das „ethnisch-abstammungsmäßige Volksverständnis“ genannt, das angeblich ganze Volksgruppen abwerte.
Ich halte diese Argumentation für falsch und abwegig, weil beispielsweise die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein, die sogar einen eigenen Sitz im Deutschen Bundestag hat, oder die Sorben in der Lausitz überhaupt nicht sichtbar und benennbar wären, wenn man kein „ethnisch-abstammungsmäßiges Volksverständnis“ zugrunde legte. Für Spätaussiedler aus Russland oder Siebenbürgen, für Palästinenser oder Basken gilt das gleiche, wie Thilo Sarrazin an dieser Stelle unlängst schlüssig nachgewiesen hat.
Osterreiter auf festlich geschmückten Pferden am Ostersonntag, ein jahrhundertealter religiöser Brauch der katholischen Sorben in der Oberlausitz. Ohne ein „ethnisch-abstammungsmäßiges Volksverständnis“ wären die Sorben in der Lausitz überhaupt nicht sichtbar.
Unterschiede zu benennen, ist keine Abwertung. Automatische Abwertung anderer ist mit der Erwähnung und Pflege der eigenen Wurzeln keineswegs zwingend verbunden.
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