Der ehemalige VW- und Porsche-Chef Matthias Müller sieht Deutschland in einer gefährlichen wirtschaftlichen Schieflage. „Die Deindustrialisierung ist in vollem Gange. Wir erleben derzeit ein Job-Massaker, vor allem bei den Zulieferern“, sagte er im Gespräch mit Turi.Move. „Unser Wohlstand schwindet, weil die Wirtschaftskraft verloren geht. Die Spaltung der Gesellschaft wird sich weiter vertiefen – auch durch Defizite in der Bildungs- und Migrationspolitik oder der Sozial- und Rentenpolitik. Das ganze Land ist in einer Schieflage.“
Müller sieht die Autoindustrie in einem besonders kritischen Zustand. „Wir haben ein Jahrzehnt verloren, weil sich Ideologen und Eurokraten durchgesetzt haben“, sagte er. Seine letzte Budgetplanung als VW-Chef habe ein ausgewogenes Verhältnis vorgesehen: „50 Prozent Verbrenner inklusive alternativer Antriebe und 50 Prozent Elektromobilität. So hätte man starten sollen – pragmatisch und ausgewogen.“ Stattdessen habe man sich politisch und unternehmerisch einseitig festgelegt und wertvolle Zeit verloren.
Ein vollständiges Verbrennerverbot lehnt Müller ab. „Der Verbrenner sollte in der Übergangszeit als Hybrid oder mit synthetischem Kraftstoff weiter zugelassen werden dürfen. Wenn das Verbrennerverbot bleibt, gehen die Menschen auf die Straße – auch in Deutschland.“ Elektromobilität könne nur dann Erfolg haben, wenn Reichweite, Ladezeiten und Infrastruktur verlässlich seien.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











