Die Nachrichtenchefin höchstselbst tritt zur Abbitte an: Am Dienstagabend steht ZDF-Grande Anne Gellinek kleinlaut im Heute Journal. „Wir haben hier im Heute Journal am Sonntagabend einen Bericht gesendet, der handwerkliche Fehler enthielt, die wir hier an dieser Stelle richtig stellen wollen“, räumt sie ein. Man wolle die beiden manipulativen Stellen nun „aufarbeiten“. Gellinek bat die Zuschauer um Entschuldigung und gab zu: „Dieser Beitrag entsprach nicht unseren hohen Standards.“
Wer öffentlich-rechtliche Berichterstattung mit ihren zahlreichen Schnitzern und Fehlern kritisch begleitet, wird davon überrascht sein. Diese Art der offensiven Fehlerkultur ist jedenfalls nicht gerade Markenzeichen des ZDF, wo man selbst grob falsche und journalistisch ungenügende Berichte, wenn überhaupt, nur klammheimlich verschwinden lässt. So eine öffentliche Abbitte ist höchst ungewöhnlich – und zeigt uns, wie sehr auf dem Mainzer Lerchenberg die Hütte brennt.
Denn dieser Skandal ist unstrittig – und er trifft die Öffentlich-Rechtlichen ins Mark. Das gesamte Selbstverständnis von ARD und ZDF, ihr gesamter Nimbus, mit dem sie ihre Existenz rechtfertigen, die „hohen Standards“, die man angeblich pflegt – all das bricht in dieser Affäre bravourös und für alle sichtbar zusammen.
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