Max Ottes Buch landete in der Kalenderwoche 24 auf Platz eins der SPIEGEL-Bestseller-Liste. Das ist ein mehrfaches Signal: Lange hat sich der SPIEGEL bemüht, mit Tricks und Finten vermeintlich „rechte“ Bücher fernzuhalten. Das gelingt nicht mehr. Otte, früher schon mit mehreren Titeln dort vertreten, ist wieder da, obwohl er einer der Autoren ist, die man aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen versuchte – mit allen Mitteln.
Wer glaubt, das Bargeld sei nur eine technische Frage des Zahlungsverkehrs, die in modernen Zeiten eben auch durch digitale Signale ersetzt werden könnte, hat Max Ottes neues Buch „Rettet unser Bargeld“ noch nicht gelesen. Otte schreibt keine nostalgische Liebeserklärung an Geldscheine, weil sie so schön rascheln und immer schon da waren. Er beschreibt Bargeld als die letzte materielle Grenze zwischen dem Bürger und der Totalüberwachung seines Handelns durch Staat.
Das macht die Lektüre interessant. Denn Otte argumentiert nicht aus der Perspektive eines Technikfeindes, sondern eines Ökonomen. Digitalisierung sei sinnvoll, bequem und vielfach effizient. Die entscheidende Frage laute jedoch: Ist sie zwangsläufig mit vollständiger Transparenz aller finanziellen Vorgänge des Bürgers verbunden?
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