Eigentlich sollte bei Hart aber fair über den Stand der Koalitionsverhandlungen in Sachen Wirtschaft, Steuern und Migration diskutiert werden. Stattdessen aber beeindruckte die Sendung mit weitgehender Inhaltslosigkeit und erörterte über weite Strecken die Frage, wie sich der Staat, dieses gefräßigste und kälteste aller Ungeheuer, künftig noch mehr Geld seiner Bürger einverleiben kann.
Die Sendung begann dieses Mal in reduzierter Form mit nur drei Gästen. Louis Klamroth wollte über den Stand der Koalitionsverhandlungen sprechen und hatte dafür Vertreter von Schwarz-Rot sowie der Grünen ins Studio geladen. Für die CDU war Serap Güler, Bundestagsabgeordnete und Unterhändlerin in den Koalitionsgesprächen für die Bereiche Außen- und Verteidigungspolitik, für die SPD der Talkshow-Dauergast Ralf Stegner und für die Grünen die ehemalige Parteivorsitzende Ricarda Lang mit von der Partie. Doch statt dann über konkrete Inhalte der Koalitionsverhandlungen und darüber zu sprechen, wie die Probleme des Landes gelöst werden sollen, wurde mantraartig erst die Alternativlosigkeit und dann die große Verantwortung der nächsten Bundesregierung beschworen. Ralf Stegner führte etwa aus: „Wir haben die Verantwortung dafür, dass die Probleme gelöst werden, sonst kriegen wir noch eine ganz andere parlamentarische Mehrheit das nächste Mal. Viele sagen, das ist die letzte Chance. Die parlamentarische Demokratie ist richtig bedroht.“
Unmittelbar davor hatte sich Stegner in seiner Hybris kurzerhand zum Souverän aufgeschwungen und tat so, als verkünde er ein Naturgesetz, wenn er mit Blick auf die künftige Bundesregierung sagte: „Ich glaube es ist am Ende ein Verantwortungsbündnis, weil es dazu keine Alternative gibt. Die einzige Alternative dazu wäre eine Rechts-Regierung – die geht nicht.“
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