Herbert, der Hater – wie Grönemeyer vom Musikstar zum linken Agitator wurde

vor 4 Monaten

Herbert, der Hater – wie Grönemeyer vom Musikstar zum linken Agitator wurde
Bildquelle: NiUS

Eigentlich ist er ein deutscher Held: Herbert Grönemeyer ist mit über 20 Millionen verkauften Tonträgern der kommerziell erfolgreichste deutsche Musiker. Mit Hits wie „Männer“, „Flugzeuge im Bauch“ oder „Alkohol“ keifte und keuchte er sich in die Herzen der Deutschen. In den letzten Jahren hat sich in die Songs des 69-Jährigen aber ein neuer Ton geschlichen: ein missionarischer, aggressiver. Und der sorgte zum Abschluss seiner „mittendrin – akustisch“-Tour in der ausverkauften Wiener Stadthalle für einen Eklat: Ein politischer Wutanfall sei das, was da am vergangenen Donnerstag passierte, schreiben österreichische Zeitungen.

Grönemeyer wütete auf der Bühne: „Ich werde bald 70 und hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal für die Demokratie eintreten muss. Wir sind politisch demokratisch und bleiben politisch demokratisch.“

Der Sänger schien sich ziemlich sicher zu sein, dass unter den rund 15.000 Konzertbesuchern nur Menschen waren, die das hören wollten. Da täuschte er sich, denn einen guten Teil seines Multimillionenvermögens haben ihm auch konservative Menschen eingebracht.

Herbert Grönemeyer bei einem Konzert in München

Einer der Konzertbesucher war laut der Kronenzeitung der Politikberater Stefan Petzner, früher mal enger Vertrauter des verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Haider. Petzner fühlte sich während des Konzerts provoziert. Als Grönemeyer das zweisprachige deutsch-türkische Lied „Doppelherz“ „allen Migranten“ widmete, und als er rief, es sei „widerlich, Flüchtlingen das Leben hier zu verbieten“.

Daraufhin platzte Petzner der digitale Kragen. Auf Facebook postete er: „Für das Zahlen der teuren Tickets sind wir gut genug, aber gesungen wird für Migranten und Flüchtlinge – nicht mit mir.“

Denn Grönemeyer legte offenbar noch nach. „Die Rechten mit ihrer Hetze, mit ihrem brutalen, unmenschlichen Gerede von Remigration, Gerede von Homogenisierung von Gesellschaft. Wir haben was anderes zu tun, als uns mit diesem Mist zu beschäftigen! Wir halten das so lange aus, bis dieses ganze Gehetze und die furchtbaren Rechten wieder in ihren Löchern verschwinden, die Klappe halten und uns endlich in Ruhe lassen.“

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